Göppingen Ein Barfußpfad zum Kneipp-Geburtstag

Schüler der 9. Klasse der Walther-Hensel-Schule sind die stolzen Macher des Barfußpfads beim "Brünnele" im Oberholz. Foto: Margit Haas
Schüler der 9. Klasse der Walther-Hensel-Schule sind die stolzen Macher des Barfußpfads beim "Brünnele" im Oberholz. Foto: Margit Haas
MARGIT HAAS 20.04.2012
Im Göppinger Oberholz finden Jogger und Radler, Spaziergänger und Wanderer Erholung vom Alltag. Beim "Brünnele" können sie jetzt auf einem Barfußpfad auch noch Anregung für ihre Sinne bekommen.

Motorsägenlärm und Axtschläge stören die morgendliche Ruhe im Göppinger Oberholz - nicht nur frühe Wanderer und Jogger sind unterwegs. Die 9. Klasse der Walther-Hensel-Schule hat eine Woche lang den Wald mit dem Klassenzimmer getauscht und einen Barfußpfad angelegt. Theodora und ihre Klassenkameradinnen haben "die leichteren Arbeiten gemacht". Und Bucheckern gesammelt und verteilt. Die Jungs waren für die schwereren Arbeiten zuständig - und bekamen Muskelkater trotz der im Sportstudio trainierten Körper.

Die eine oder andere Blase plagte auch Oguzhan. Der 16-Jährige hatte beim Sägen geholfen, Holz und Steine geschleppt - und den Barfußpfad dann auch gleich getestet. "Es war angenehm, darüber zu gehen, nur ein bisschen kalt", sagt er. Von so einem Pfad hatte er bislang noch nie gehört. Und auch nicht von Sebastian Kneipp. Der Göppinger Kneippverein war es aber, der die Initiative für den Pfad ergriffen hatte. "So ein Pfad geht mir schon seit Jahren im Kopf herum", stellt Erich Krempl, der Vorsitzende des Vereins fest. Es fehlte bislang aber an fleißigen Helfern, die das Projekt umsetzen. Ilse Stohrer, Mitglied im Verein und ehemalige Lehrerin an der Göppinger Walther-Hensel-Schule, konnte jetzt die richtigen Kontakte herstellen.

Bei Schulleiter Klaus Bühler rannte sie offene Türen ein, weiß der doch aus langjährigen Erfahrungen, dass Schüler sich besonders "für praktische Projekte mit einem sichtbaren Ergebnis begeistern lassen". Die Stadt als Grundstückeigentümerin war ebenfalls einverstanden und auch der Förster war schnell mit im Boot. "Er hat das Gelände zunächst freischneiden lassen und die Baumstämme zur Verfügung gestellt", freut sich Krempl. "Alle anderen Materialien hat der Kneippverein finanziert." Ugur schrägt die letzten Pflöcke an - mit ziemlich viel Energie. "Geht lieber ein bisschen zurück, damit nichts passiert", fordert Klassenlehrer Manfred Kling deshalb die Schüler auf. Gemeinsam mit seiner Kollegin Birgit Totzauer hat er das Projekt umgesetzt.

Den Schülern hat es sichtlich Spaß gemacht. "Es war schön, als Klasse zusammen etwas zu machen", freut sich Nikolai. Vielleicht wird die Klasse in Zukunft sogar die eine oder andere Mittagspause auf dem Barfußpfad am Brünnele verbringen. Im Rahmen des Unterrichts werden auf jeden Fall in Zukunft ganze Klassen im Oberholz zu finden sein - schließlich liegt die Schule ja quasi um die Ecke.

Offiziell eingeweiht wird der Barfußpfad am 17. Mai - dem Geburtstag von Pfarrer Sebastian Kneipp. Bis dahin haben die Schüler vielleicht auch einen Namen für das Bänkchen gefunden, das sie selbst gezimmert haben.