Projekt Ein Auto für das Essen

Das Haus Linde soll einen neuen Transporter bekommen, der für unterschiedliche Fahrten eingesetzt werden kann.
Das Haus Linde soll einen neuen Transporter bekommen, der für unterschiedliche Fahrten eingesetzt werden kann. © Foto: Margit Haas
Göppingen / Von Margit Haas 17.11.2018

Mit diesem Fahrzeug transportieren wir alles“, betonen Wolfgang Baumung und Andreas Grupp vom Verein Haus Linde. Ob ein Bewohner der „Linde“ umziehen muss oder für eine Renovierung Baumaterial gekauft wurde, ob Getränke gekauft wurden oder Müll entsorgt werden muss – alles findet in dem elf Jahre alten Transporter Platz. Auch das Essen, das von der Zentralküche der Wilhelmshilfe in Bartenbach jedes Jahr zur Vesperkirche in der Göppinger Stadtkirche gefahren wird. „Wir lassen das Fahrzeug jedes Mal vorher von einem Profi reinigen“, bekräftigt Baumung, der Leiter der Einrichtung der Wohnungslosenhilfe im Landkreis. Während der Vesperkirche steht der Transporter dann aber der „Linde“ nicht zur Verfügung. Zudem ist dem Fahrzeug sein Alter zwischenzeitlich anzusehen. „Wir benötigen deshalb ein weiteres Fahrzeug, das im Winter der Vesperkirche zur Verfügung steht“, erklärt Baumung.

Die Vesperkirche wurde in Göppingen vor 23 Jahren aus der Taufe gehoben und findet im Januar und Februar kommenden Jahres zum 24. Mal statt. „Sie macht die Göppinger Stadtkirche zu einem Ort, an dem Menschen zu einem Mittagessen, zu einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen zusammenkommen“, erklärt Baumung. Für ihre Gäste sei es „ein Fest im Alltag“. Denn die Vesperkirche sei „ein Ort der Begegnung, ein Ort des Respektes und der Toleranz“. Im Schnitt waren es in den vergangenen Jahren 170 Gäste, die von ehrenamtlichen Helfern täglich mit einer guten und vollwertigen Mahlzeit bewirtet wurden. Finanziert wird der Mittagstisch ausschließlich von Spenden.

Außerhalb der Zeiten der Vesperkirche soll das neue Fahrzeug den Klienten der Wohnungslosenhilfe zur Verfügung stehen. Denn der neue Transporter soll mit entsprechenden Sitzbänken ausgestattet werden. „So können wir mit unseren Bewohnern gelegentlich kleine Ausflüge machen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln oft umständlich und vor allem teuer zu organisieren wären“, sagt Baumung.

Hilfe für Menschen ohne Wohnung

Verein 1982 wurde der „Verein Gefährdeten- und Nichtsesshaftenhilfe im Landkreis Göppingen“ gegründet, nachdem der Landkreis- und Städtetag Baden-Württemberg eine „Kommunale Konzeption zur Versorgung von Nichtsesshaften“ verabschiedet hatte. Ein Jahr später wurde mit dem ehemaligen Gasthaus „Linde“ in Göppingen ein geeignetes Gebäude gefunden. Im Dezember 1986 bezogen die ersten Bewohner das Haus. Zwischenzeitlich werden weitere betreute Wohnformen angeboten. Weitere Informationen unter www.linde-gp.de.

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