Neujahrskonzert Durchtanzte Pariser Nächte

Gudrun Kohlruss (r.) und und der Tenor Reto R. Rosin (nicht im Bild) setzten Höhepunkte in einem mitreißenden Neujahrskonzert des Stuttgarter Operettenensembles im Uditorium.  Foto: Staufenpress
Gudrun Kohlruss (r.) und und der Tenor Reto R. Rosin (nicht im Bild) setzten Höhepunkte in einem mitreißenden Neujahrskonzert des Stuttgarter Operettenensembles im Uditorium. Foto: Staufenpress © Foto: Foto: Staufenpress
Uhingen / Lilli Ell 11.01.2017

Der erste Teil des Neujahrskonzerts im Uditorium erinnerte an Jaques Offenbach, der mit „Pariser Leben“ dem Abend auch das Motto gab. „Vergessen Sie Uhingen, folgen Sie uns nach Paris“, so führte Winfried Roesner, bekannt von seinen Radiosendungen, in launiger Weise das Publikum in die Stadt der Verliebten, aber auch der operettenreifen Konflikte und Beziehungen ein.

Die Musik des Stuttgarter Operettenensembles tat gleich zu Beginn ein Übriges und erinnerte an heiße durchtanzte Nächte in den Pariser Etablissements rund um den Montmartre. Ein rasanter Cancan aus Offenbachs „Pariser Leben“ entführte das Publikum ins abwechslungsreiche Nachtleben. Die Sopranistin Gudrun Kohlruss und der Tenor Reto R. Rosin setzten die ersten Höhepunkte“: humorvoll inszeniert das Chanson von Klein Zack, besinnlich und schwebend die „Barcarole“ aus „Hoffmanns Erzählungen“, liebestrunken, mit großem Umfang und Volumen der Stimmen das Duett der beiden aus „Die schöne Helena“.

In der Pause konnten die Zuhörer durch das Uditorium flanieren wie einst die Besucher der Opéra in Paris und sich an Pomp und Glanz vergangener Zeiten erinnern, mit perlendem Champagner im Glas.

Nach der Pause erklang zunächst der Walzer „Tout Paris“ von von Emile Waldteufel. Dann gehörte die Bühne Franz Léhar, dem großen österreichischen Operettenkomponisten ungarischer Herkunft. Wieder konnte das Ensemble zeigen, dass es solistisches Können mit Zuverlässigkeit in der Begleitung zu verbinden weiß. Die besondere Innigkeit der Bläser in den leisen wie auch in den dramatisch rasanten Abschnitten waren weitere Höhepunkte des Abends.

Ein weiteres Mal hatte dann Gudrun Kohlruss ihren Auftritt. In einem rauschenden Traum aus Türkis betrat sie die Bühne. Dann sang sie aus „Der Graf von Luxemburg“ „Heut noch werd‘ ich Ehefrau“, danach mit Reto R. Rosin ein freudetrunkenes „Bist Du’s, lachendes Glück“. Auch konnte sie sich steigern im zweiten Teil des Konzertes, wenn auch der etwas metallische Klang ihrer Stimme blieb und das Zusammenspiel zwischen Ensemble und Sängerin nicht durchwegs stimmig erschien. In den leiseren Passagen des berühmten „Vilja-Liedes“ aus „Die lustige Witwe“ allerdings setzte ihr durchsichtiger, bewegender Gesang einen weiteren Akzent.

Natürlich ging es auch ins „Maxim“, das humorig und mit Komik von Reto R. Rosin inszeniert wurde, nur noch überboten vom Duett „Lippen schweigen“ aus der gleichnamigen Operette.

Damit schloss sich der Kreis zum Auftakt, das mitreißende Pariser Nachtleben ging für das Uhinger Publikum zu Ende. Es gab lang anhaltenden Beifall und Bravorufe.

Das Stuttgarter Operettenensemble

Lebensfreude Das Stuttgarter Operettenensemble hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Genre Operette für alle am Leben zu erhalten. Operette sei „Lebensfreude und Lebenslust eingebettet in mitreißende Musik“, so lautet das Credo des Orchesters, dessen Spektrum an Aufführungen vom Stuttgarter Stadtfest bis zum Opernhaus reicht. Auch in Uhingen gastierte das Operettenensemble schon häufiger, so dass das Uditorium am Sonntag voll besetzt war.