Konzert Duo Sphinx bezaubert im Christophsbad

Edmund Elsässer wechselte in seinem musikalischen „Cockpit“ zwischen dem großen Bechstein-Flügel, einem E-Piano und bediente nebenbei noch den Synthesizer. 
Edmund Elsässer wechselte in seinem musikalischen „Cockpit“ zwischen dem großen Bechstein-Flügel, einem E-Piano und bediente nebenbei noch den Synthesizer.  © Foto: Patricia Jeanette Moser
Göppingen / Patricia Jeanette Moser 03.02.2018

„Musik für die Seele“ mit akustischen und sphärischen Klängen zwischen Klassik, Weltmusik und Jazz – das hatte das Duo Sphinx im Vorfeld seines Konzerts versprochen. Tatsächlich lehnten sich die Besucher bald entspannt zurück. Edmund Elsässer sprach gleich am Anfang von „Überraschungsmusik“ und lud zu einer „Reise durch die Klänge“ mit ausnahmslos selbst komponierten Stücken ein.

Birgit Reimer eröffnete den Abend, barfuß, die verschiedenen Gongs anschlagend. Imposant stehen zwei große Gongs nebeneinander, beide in großen hölzernen Rahmen hängend. Am Boden liegen verschiedene Klöppel, dicke, dünne, große und kleine, die sie im Laufe des Abends noch alle bedient und damit stets andere Töne erzeugt. Einmal streicht sie mit dem hölzernen Ende eines Klöppels über den Gong, dreht diesen geschwind, um dann mit dem weichen Ende einen Gegenton zu erzeugen.

Eine richtige kleine Musik-Werkstatt“ haben die beiden Musiker mitgebracht. Der große Bechstein-Flügel wird von Edmund Elsässer virtuos bedient, er gehört ins Haus des Gastgebers, des Christophsbads. Fast wie in einem kleinen „Cockpit“ sitzend wechselt der Musiker zwischen dem großen Flügel, einem kleineren E-Piano und einem Synthesizer, der zumeist begleitend elektronische sphärische Töne erzeugt. Eine Lichtorgel taucht den traditionellen Herrensaal in wechselnde Farben. Ansonsten herrscht Dämmerlicht, die Musik trägt die Stimmung.

Im Stück „Rumi“ klingen Klezmer-Klänge durch. Birgit Reimer erzeugt hohe perkussive Klänge, wenn sie nicht gerade eine ihrer drei Violinen bedient. Einen elektronischen Teil gibt es beim Stück „Pegasus“. Das Publikum wagt kaum zu applaudieren, will es doch die erzeugte Stimmung nicht zerstören. Von zarten perkussiven Tönen untermalt, zitiert Birgit Reimer gleich mehrmals in zunehmender Lautstärke das Eichendorff-Gedicht Schläft ein Lied in allen Dingen“. Passend dazu folgt der Titel „Little Silence“ mit einem gefühlvollen Intro vom Piano. Der folgende Titel „Dessert“ ist temporeich, die Violine mutet zeitweise orientalisch an. „Wo hat man schon die Gelegenheit diese Qualität zu hören, in dieser Atmosphäre“, wundert sich in der Pause eine Besucherin, die es bedauert, dass das Publikum nicht zahlreicher erschienen ist.

Den zweiten Teil des Konzerts  bestimmen weitere sphärische Klänge, vor allem Vogelstimmenechos. Ein Klaviersolo gibt leidenschaftliche, sehnsuchtsvolle Klänge wider, die sich erzählend und aufbrechend äußern. Die „Dreamsuite“, ein Stück in drei Sequenzen, führt gehetzt auf die Jagd und verändert sich akustisch hin zu „himmlischen Sphären“.

Die Kompositionen von Sphinx zeigten sich im Herrensaal als fantasievolle und bilderreiche Musik, die tief in die Seele eindringen kann. Die Zuhörer im Herrensaal ließen genau dies zu und erhielten zur Belohnung für ihren reichen Applaus noch eine Zugabe. Patricia Jeanette Moser

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