Göppingen DRK-Familienzentrum ist erweitert

Freude über das neue DRK-Familienzentrum (von links): Peter Hofelich, Silke Kargl, Alexander Sparhuber, Simone Dörrer. Bei der Eröffnungsfeier gab es auch originelle Geschenke für die Kinder.
Freude über das neue DRK-Familienzentrum (von links): Peter Hofelich, Silke Kargl, Alexander Sparhuber, Simone Dörrer. Bei der Eröffnungsfeier gab es auch originelle Geschenke für die Kinder. © Foto: SANDRA THURNER
Göppingen / SANDRA THURNER 11.10.2014
Das DRK-Familienzentrum in der Innenstadt – vornehmlich in seiner Funktion als Kindertagesstätte – wurde um eine Etage erweitert und am Freitag offiziell eröffnet. Jetzt gibt es mehr Betreuungsplätze.

„Es ist mehr als eine neue Etage“, sagte DRK-Kreisverbandspräsident Peter Hofelich bei der offiziellen Eröffnungsfeier einleitend. Der SPD-Landtagsabgeordnete lieferte einen Abriss der Entstehungsgeschichte – von der Idee bis zur Umsetzung. Im Jahre 2010 eröffnete das Familienzentrum mit einem Stockwerk und zwei Gruppen im Bereich der Kindertagesbetreuung von Unterdreijährigen. Für die Stadt ergebe sich aus der Aufstockung – das zweite Stockwerk war frei geworden – eine echte Win-Win-Situation, befand Ulrich Drechsel, Fachbereichsleiter für Schule, Sport und Soziales der Stadt Göppingen. Er formulierte es so: „Wir stellten fest: Sie können es so gut, dass man aufstocken kann.“

Silke Kargl, die Leiterin des Familienzentrums, betonte, wie wichtig die Verbindung der beiden Stockwerke sei. „Es sieht aus, wie aus einem Guss“, betonte auch Drechsel. Das Architekturbüro Liebrich hat das bereits bestehende Treppenhaus durch eine neue Verbindung zwischen den beiden Stockwerken ersetzt und somit die Grundlagen für ein architektonisch getragenes Ganzes geschaffen. Auch innenarchitektonisch wurden Maßstäbe gesetzt: Das Gelb der reinigungsfreundlichen Linoleumböden strahlt Wärme und Behaglichkeit aus.

Die Höhe der Räume wurde optisch reduziert, berichtete Renate Liebrich. Und: Die sanitären Einrichtungen sind perfekt auf die Größe der Kinder abgestimmt. Es gibt Ruheräume, Bewegungs- und Funktionsräume, welche die Bedürfnisse der Kinder berücksichtigen. Insgesamt orientiert sich das erzieherische Konzept für mittlerweile 55 Kinder in vier Gruppen an der Reggiopädagogik, erzählte Silke Kargl.

Dieses pädagogische Projekt lege besonderen Wert auf die Kraft der Gemeinschaft und orientiere sich an den Themen des Kindes. Wolfgang Haalboom, Vizepräsident des DRK-Landesverbands, brachte es mit einem afrikanischen Sprichwort auf den Punkt: „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen.“

In der Reggiopädagogik gebe es keine festgeschriebenen erzieherischen Inhalte, sondern Themen, die sich aus der Entwicklung des einzelnen Kindes ergeben, erklärte Kargl. Neben dieser zentralen und wichtigen Aufgabe finden im Familienzentrum, das im Innenstadtquartier Apostel liegt, auch Erste-Hilfe-Kurse, Kurse zum interkulturellen Austausch und so genannte Elba-Kurse (Eltern-Baby-Kurse) statt. Hofelich: „Das Familienzentrum ist ein wichtiger sozialer Anker in der Innenstadt.“

Angesichts des Pluralismus der Lebensformen hätten Familien vermehrten Unterstützungsbedarf, sagte Wolfgang Haalboom. Kargl zitierte eine Bewerberin, die bei der Besichtigung anmerkte: „Das ist eine Schatzkiste.“

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