Corona-Schnelltests sind mittlerweile auch bei den städtischen Kindertagesstätten, bei kirchlichen und freien Trägern an der Tagesordnung oder in Vorbereitung. Seit Anfang April werden im DRK-Familienzentrum in Göppingen die Kinder, die die Notbetreuung besuchen, regelmäßig auf das Corona-Virus hin getestet. Das werfe durchaus Fragen auf, heißt es in einer Pressemitteilung des DRK.
Die vierjährige Thea, die das DRK-Familienzentrum in der Geislinger Straße besucht, findet es nicht schlimm, sich regelmäßig zu testen. „Es kitzelt ein bisschen in der Nase, ist aber gleich wieder vorbei“, erklärt sie selbstbewusst. Ihr Vater ist beruhigt, weiß er doch, dass sich seine kleine Tochter aller Wahrscheinlichkeit nach in der Kindertagesstätte nicht mit dem gefährlichen Virus anstecken wird.

Einige Eltern haben Angst

Das sehen freilich nicht alle Eltern so. Das erlebt auch Silke Kargl, die regelmäßig mit entsprechenden Fragen konfrontiert ist. „Wir testen bereits seit Mitte April kindgerecht, sind flexibel und wenden keinen Zwang an“; bekräftigt die Leiterin des Familienzentrums. Denn nicht nur Eltern haben Angst, dass sich ihre Kinder verletzen könnten. „Es gibt Kinder, gerade im Bereich der Krippe, die sich verweigern.“ Dann könnten die Kinder an diesem Tag nicht betreut werden. Einige Eltern seien jedoch dringend auf die Notbetreuung angewiesen. Zudem zeige sich mehr und mehr, „wie wichtig die sozialen Kontakte für die Kinder sind. Das merken wir nach jedem Lockdown überdeutlich.“ Bei allem Verständnis für die Maßnahmen zum Schutz vor dem Virus – Silke Kargl würde sich mehr Vorlaufzeit wünschen. Seither hatte sie oft nur einen Tag Zeit, um Vorgaben umzusetzen.  
Knapp 20 Kinder (statt 35) sind es derzeit, die in die Notbetreuung der Göppinger Kindertagesstätte kommen. In der Krippe sind es sieben Kinder (bei 20 Plätzen insgesamt). Bislang konnten größere Corona-Ausbrüche verhindert werden. Die Eltern bringen sie zeitlich gestaffelt, so dass maximal zwei externe Erwachsene sich in der Kita aufhalten. Sie dürfen auch nicht mehr in die Gruppenräume. Und es wurde in den ersten drei Wochen kein einziges Kind positiv getestet.