Göppingen/Wäschenbeuren Drei verdiente Männer geehrt: "Wir sind stolz auf Sie"

Göppingen/Wäschenbeuren / ANNEROSE FISCHER-BUCHER WERNER SCHMIDT 21.09.2015
Hohe Auszeichnung für drei verdiente Männer aus dem Landkreis. Peter Schührer, Dr. Karl-Heinz Rueß und Werner Stepanek wurde von Staatssekretär Peter Hoflich die Staufermedaille verliehen.

"Wir sind stolz auf Sie", sagte Oberbürgermeister Guido Till zu den beiden Geehrten, Dr. Karl-Heinz Rueß und Werner Stepanek, bei einer Feierstunde im Göppinger Rathaus. Bei Rueß habe ihn besonders die "Ruhe und Zielstrebigkeit" bei der Sanierung des Storchen beeindruckt und bei Stepanek das Engagement beim Alten Farrenstall in Faurndau und sein künstlerischer Freisinn.

Staatssekretär Peter Hofelich nahm die Verleihung der Staufermedaille vor. Als persönliche Auszeichnung des Ministerpräsidenten für Verdienste um das Land Baden-Württemberg geht sie zurück auf die Stauferausstellung im Jahr 1977. Rueß habe sich herausragende Verdienste um die Staufergeschichte und um die Stadtgeschichte erworben. Seit 1983 sei er Leiter des Stadtarchivs und der städtischen Museen und er habe als Präsident des Museumsverbandes von 1993 bis 1999 den Verband modernisiert und professionalisiert. Als ehrenamtlicher Geschäfstführer der Göppinger Staufergesellschaft vermittle er erfolgreich historische Themen und habe eine eigene Schriftenreihe zur Geschichte des Jüdischen Museums initiiert. Rueß bedankte sich für die Auszeichnung sowie bei seinem Team, den Kollegen, der Verwaltungsspitze, bei seinen früheren Chefs, dem Gemeinderat und bei den Kooperationspartnern für die Unterstützung der Projekte.

Werner Stepanek hob in seinem Dank ebenfalls den Team-Gedanken hervor und stellte das Ehrenamt "als soziologisches Schatzkästlein" unserer Gesellschaft in den Mittelpunkt. Ohne die Hauptamtlichen könnten die Ehrenamtlichen nicht wirken und deswegen müsse es ein "selbstverständliches Bündnis auf Augenhöhe" geben. Hofelich hatte das Engagement in Bildung, Politik, Kirche, Kunst und Kultur von Stepanek gewürdigt. Als Leiter der Kaufmännischen Schule, als Stadtrat und Fraktionschef bis zum Jahr 2000, als Synodale, als Stahlbildhauer mit eigenem Atelier und als Initiator der "Initiative Alter Farrenstall Faurndau" habe er gesellschaftliche Verantwortung übernommen. OB Till dankte der Städtischen Jugendmusikschule "für die exzellente musikalische Umrahmung".

40 Jahre lang hat Peter Schührer als Gemeinderat Wäschenbeuren mitgestaltet. Gleichzeitig war er in zahlreichen Ämtern ehrenamtlich aktiv und setzte seinem Heimatort in drei Büchern ein Denkmal. Am Donnerstagabend wurde der 70-Jährige für dieses Engagement gleich doppelt geehrt: Mit der Staufermedaille und der Medaille des Gemeindetags Baden-Württemberg.

Diese überreichte ihm Karl Vesenmeier, Bürgermister von Wäschenbeuren und langjähriger politische Wegbegleiter von Peter Schührer für dessen bereits vier Jahrzehnte währende Zugehörigkeit zum Gemeinderat. Der Jubilar erinnerte sich noch genau an jenen 20. April 1975, als er mit 785 Stimmen in das Gremium gewählt wurde. Er war einer von vier SPD-Politikern im Gemeinderat. Die Mehrheit hatte damals die CDU mit sieben Sitzen, einer gehörte den Freien Wählern. Gleichwohl nutzte er die Gelegenheit, um seine "Hochachtung vor der Arbeit der Kollegen von CDU und Freien Wählern auszudrücken". Obwohl Lehrer von Beruf und zuletzt Schulleiter der Grundschule in Börtlingen, versteht er sich nach wie vor als Arbeiterkind. 1973 sei er in die SPD eingetreten: "Wegen Willy Brandt und seiner Ostpolitik." Die 40 Jahre im Gemeinderat "waren immer eine Bereicherung und Anlass, über den Tellerrand des Pädagogen blicken zu können". Natürlich habe es auch Konfliktthemen gegeben: "Oft sind mir die besten Argument erst nach der "sitzung im Bett eingefallen", gestand er vor etwa 60 geladenen Gästen im Rathaus-Foyer, wo das Klaus-Wuckelt-Trio den Festakt begleitete. Nun ist Peter Schührer als Lehrer längst im Ruhestand, als Kommunalpolitiker dagegen ist und bleibt er der Gemeinde erhalten: "Ich eigne mich nicht für ein Leben in Haus und Garten."

Deshalb war er immer auch ehrenamtlich aktiv. Er leitet die von ihm vor 25 Jahren gegründete Volkstanzgruppe, schrieb drei Bücher zur Heimatgeschichte und war von 1992 bis 2003 für die Gestaltung des Kulturprogramms zuständig: "In dieser Zeit ist es ihm gelungen, Künstler aus der ganzen Welt nach Wäschenbeuren zu holen und hochklassige Veranstaltungen zu organisieren", sagte Staatssekretär Peter Hofelich.

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