Kreis Göppingen Draußen in der Natur sein

Lagerfeuer statt Facebook. In einem Zeltlager lernt man Gemeinschaftsgefühl und naturnahes Leben. Foto: KJG Rechberghausen
Lagerfeuer statt Facebook. In einem Zeltlager lernt man Gemeinschaftsgefühl und naturnahes Leben. Foto: KJG Rechberghausen
SABRINA ORTWEIN 25.03.2013
Der Sommer ist zwar noch fern, doch die Anmeldefristen für Sommerfreizeiten enden oft schon im Mai. Die NWZ hat sich vorab informiert und eine Übersicht über kommende Sommerfreizeiten erstellt.

Die Osterferien haben kaum begonnen, doch schon bald steht in vielen Familien die Frage an: "Wollt ihr im Sommer in ein Zeltlager gehen?" Die Auswahl ist recht groß. Bei vielen Jugendfreizeiten muss man außerdem großzügige Anmeldefristen beachten (siehe Infokasten). Es wird also schon langsam Zeit, sich Gedanken zu machen.

Aber was ist am Zeltlagererlebnis eigentlich so attraktiv? Wie profitieren Kinder und Jugendliche von Gruppen-Zeltlagern? "Viele nehmen das Gemeinschaftsgefühl mit. Sie lernen mit Gleichaltrigen mit und ohne Handicap umzugehen", meint Nadine Müller, Jugendreferentin beim Evangelischen Jugendwerk Göppingen (ejgp). Es seien Erfahrungen, die die Kinder sonst nicht machen. "Die Jungen und Mädchen sind draußen in der Natur. Sie müssen sich vor allem bei Kinderfreizeiten darauf einstellen, dass sie zwei Wochen weg sind - ohne Handy oder Internet. Das fällt vielen Kindern und Jugendlichen schwer", sagt Nadine Müller. Beim Zeltlager des evangelischen Jugendwerks an der Donau werde das besonders deutlich. "Die Teilnehmer müssen ohne Handy und Internet auskommen, da es an der Donau keinen Strom gibt. Viele Jugendliche dachten, das sei ein Witz", macht Müller deutlich.

Eine weitere Beobachtung, die die Betreuer und Organisatoren machen: Viele Eltern seien sehr ängstlich und würden bezweifeln, dass das eigene Kind so lange draußen in einem Zelt schlafen kann. Dabei würden sie nicht bedenken, dass den Kindern den ganzen Tag lang ein gutes Programm geboten wird, sagt Nadine Müller. Langeweile kommt daher kaum auf. Heimweh gebe es aber immer: "Kinder, ob acht oder 13 Jahre alt, sind oft zum ersten Mal länger als eine Nacht von zuhause weg. Wenn sich ein Kind beim Toben verletzt, ist das erste, an was das Kind denkt: ,Wo ist meine Mama, die weiß immer was zu tun ist. Doch auch die Mitarbeiter können da helfen", macht die Jugendreferentin deutlich.

Die Teilnehmerzahlen des Jugendwerks zeigen, dass Heimweh und Co. die Kinder nicht abschrecken können. Allein auf die Weidacher Hütte fahren jedes Jahr mehr als 100 Jungen mit. Viele sind schon seit mehreren Jahren mit dabei.