Dönerspieße waren stark mit alten Lebensmittelresten verunreinigt worden. Alte Fleischreste hingen noch an einem Mischer und an einem Scheibenschneider. Es bestanden Risiken, dass neues Fleisch sofort kontaminiert werden könnte. Messer, Schalter und Bedienelemente von Arbeitsgeräten waren erheblich verfettet. Aus diesen Gründen hatten Lebensmittelkontrolleure, Amtstierärzte und Vollzugsbeamte des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz die Produktionsstätte am 6. Juni umgehend geschlossen. Es war bereits der zweite Termin innerhalb kürzester Zeit in Ursenwang gewesen: Die Kontrolleure waren bereits am 22. Mai dort gewesen.

Kreis Göppingen

Betreiber ist noch dabei, die Mängel zu beheben

Die Betreiber der Produktionsstätte haben bis zum 18. Juni das Fleisch komplett entsorgt, doch auch zwei Wochen nach Kontrolle und Schließung darf noch wieder geöffnet werden.

„Sie sind noch dabei, die Mängel zu beheben“, sagt eine Mitarbeiterin des Landratsamts auf Nachfrage der GEISLINGER ZEITUNG.

Trotz mehrmaliger Anfragen konnten wir den Geschäftsführer der Produktionsstätte nicht erreichen. Der Unternehmer beliefert verschiedene Imbissbuden, Restaurants und Gaststätten.

Baufällig und nicht mehr leicht zu reinigen

Wie das Landratsamt schon vor zwei Wochen schriftlich mitgeteilt hatte, war die Produktionsstätte selbst in einem baufälligen und nicht mehr leicht zu reinigendem Zustand gewesen. „Auch auf auffällige Untersuchungsbefunde hat das Unternehmen nicht mit den erforderlichen Korrekturmaßnahmen reagiert“, hieß es in einer Pressemitteilung.

Warum war die Polizei bei der Schließung dabei?

Als die Kontrolleure die Produktionsstätte schlossen, war auch die Polizei vor Ort gewesen. Das könne vorkommen, wenn das Landratsamt nach Unterstützung fragt, sagt eine Polizeisprecherin unserer Zeitung. Genaueres wolle sie aber nicht sagen und verweist deswegen auf die zuständige Behörde – das Landratsamt. Dieses hatte Anfang Juni mitgeteilt, dass „Straftatbestände festgestellt“ wurden, um welche es sich konkret handelte, teilte sie nicht mit.

Es kann viele Gründe geben, warum es zu solchen Problemen kommt

Es sei ganz allgemein schwer zu sagen, warum es zu solchen Fällen komme, sagt eine Mitarbeiterin des Landratsamts. „Das kann reine Betriebsblindheit sein“, sagt sie. Manchmal passiere das auch, wenn ein Imbiss nicht genug Personal habe, um alle Aufgaben zu erledigen. Es sei zudem teuer, neue Angestellte zu beschäftigen.

Rechtliche Grundlage: Warum der Name genannt werden darf

Der Name eines Betriebs darf nach einer 14-tägigen Frist genannt werden, wenn die Mängel gravierend waren oder der Betrieb bereits in der Vergangenheit auffällig geworden war.

Sind die Mängel behoben und Verantwortlichkeiten geklärt, dann darf ein Betrieb wieder öffnen.

In eigener Sache


Liebe Leser,

unsere Zeitung berichtet nur über Betriebe, die wegen eklatanter Hygiene-Mängel geschlossen werden mussten.

Wenn das Gesundheitsamt andere Mängel in Betrieben entdeckt, die nicht zu einer Schließung führen, dann berichten wir nicht.

Eure Redaktion