Baugebiet Dittlau: Spannung bis zum Schluss

Göppingen/Faurndau / Arnd Woletz 12.10.2018
Die Vorberatung bringt keine eindeutigen Signale für die Bauflächen bei Faurndau.

Wird das von der Stadt angepeilte Wohngebiet Dittlau in der kommenden Woche beerdigt? Oder stimmt der Gemeinderat dann den weiteren Untersuchungen für eine Bebauung mit 800 Wohneinheiten zu? Auf diese Frage gibt es auch nach der gestrigen Vorberatung von Verwaltungs- und Finanzausschuss sowie Umweltausschuss keine eindeutige Antwort. Die CDU ließ klar erkennen, dass sie der Rathausspitze folgen werde. Ebenso geschlossen scheint die Ablehnung bei SPD und Grünen zu sein. Doch Linke und Piraten machten klar, dass sie noch keine Entscheidung gefällt hätten. Und auch bei der FWG und der FDP/FW gab es gestern kein einheitliches Signal über das Abstimmungsverhalten. Es könnte also bei dieser „weitreichenden Entscheidung für die Stadt“ (OB Guido Till) in der kommenden Woche ein ähnlich spannendes Votum geben wie im Dezember, als erste Schritte nur mit einer hauchdünnen Mehrheit von einer Stimme eingeleitet wurden.

Die Faurndauer Bezirksbeiräte lehnten das weitere Vorgehen am Montagabend mit vier zu fünf Stimmen ab. Doch deren Votum ist nicht bindend für den Gemeinderat. Umso mehr wurde gestern die knapp zweistündige Sitzung zunächst von nüchternen Zahlenkolonnen und dann von emotionalen Wortbeiträgen bestimmt. Gebetsmühlenhaft erläuterte der von der Stadt als Gutachter verpflichtete Thomas Abraham vom Berliner Institut „Empirica“ erneut, dass die Preise für gebrauchte Häuser in der Stadt stark gestiegen seien, dass nach seinen Berechnungen in den kommenden eineinhalb Jahrzehnten etwa 2900 Wohneinheiten gebaut werden müssten. Auf dem freien Immobilienmarkt könnten etwa 750 Objekte vorhanden sein, der städtische Masterplan sieht 650 Wohneinheiten vor und am Bergfeldtrauf wären 200 Wohnungen möglich. Fazit der Gutachter: Nur mit Dittlau (800 Wohnungen und Häuser) und der Bebauung des Golfparks ab 2025 (600 Einheiten) könnte die Stadt diesen rechnerischen Bedarf ansatzweise erfüllen. Gerade die Wohnraumbedarfsprognose ist aber häufig hinterfragt worden. So auch gestern.

Darüber hinaus blitzten in der Sitzung wieder Zweifel durch, ob die Stadt mit der Aussicht auf hunderte neue Eigenheime auf dem Hügel über Faurndau noch konsequent an ihrer Strategie festhalten werde, zunächst innerstädtische Flächen zu entwickeln. Darauf pochten aber mehrere Gemeinderäte, beispielsweise beim schleppend verlaufenden Kunsthallenquartier oder dem Freihof in Faurndau. Baubürgermeister Helmut Renftle erläuterte, dass derzeit 18 kleinere Einzelvorhaben laufen, der Bedarf sei aber in allen Fällen deutlich größer als das Angebot. Der Oberbürgermeister versicherte, im Fall Dittlau werde „nichts übers Knie gebrochen“, frühestens in vier Jahren sei ein Spatenstich denkbar.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel