Göppingen Dittlau: Eigentümer rücken in den Blickpunkt

In der kommenden Woche soll der Gemeinderat über die weiteren Untersuchungen für das Gebiet Dittlau entscheiden. Diese Umrisse sind als Lageplan der Beschlussvorlage beigefügt.
In der kommenden Woche soll der Gemeinderat über die weiteren Untersuchungen für das Gebiet Dittlau entscheiden. Diese Umrisse sind als Lageplan der Beschlussvorlage beigefügt. © Foto: SWP GRAFIK
Göppingen / Von Arnd Woletz 12.10.2018
250 000 Quadratmeter Ackerflächen sollen in Faurndau bebaut werden. Die Verkaufsbereitschaft ist mitentscheidend.

Die Eigentümer der Ackerflächen auf dem Dittlau-Plateau sind mehrheitlich bereit, mit der Stadt über den Verkauf von Flächen zu reden. Allerdings gibt es auch etwa ein Fünftel der 65 angeschriebenen Grundstückseigentümer, die grundsätzlich nicht mitwirkungsbereit sind, knapp ein weiteres Fünftel hat nicht reagiert. In der Ausschusssitzung am Donnerstag erläuterte Frank Friesecke von der Stadtentwicklung GmbH (STEG) diese Ergebnisse der schriftlichen Eigentümerbefragung, die seine Firma im Auftrag der Stadt unternommen hat. Auf die Frage, welchen Flächenanteil die ablehnenden Eigentümer repräsentieren, sagte Friesecke, die Flächenanteile der nicht mitwirkungsbereiten Eigentümer seien wohl etwas größer. Allerdings hielt Friesecke sich noch bedeckt, was das für die Verteilung des potenziellen Baulands bedeutet. Ob daraus ein „Flickenteppich“ zur Verfügung stehender Baufelder resultiert, „wollen und können wir noch nicht sagen“, meinte Friesecke. Nur so viel: „Die Flächen verteilen sich recht gleichmäßig“.

Der von der Stadt angepeilte Ankaufspreis von 116 Euro pro Quadratmeter beträgt ein zigfaches des seitherigen Grundstückswertes der Landwirtschaftsflächen. Wenn das Gebiet erschlossen und entwickelt ist, geht die Stadt von einem Marktpreis von 400 Euro pro Quadratmeter Bauland aus. Die Stadt will mit einem Vorkaufsrecht verhindern, dass Grundstückseigentümer, die der Stadt eins auswischen wollen, ihre Grundstücke lieber an Dritte verkaufen und Spekulanten große Gewinne einkassieren. Das Vorkaufsrecht soll der Gemeinderat am Donnerstag ebenfalls beschließen. Den Einwand aus der Ratsrunde, dass das zu früh komme, entkräftete der Rechtsberater der Stadt, Hans Büchner: „Sonst müssen sie Grundstücksverkäufe an sich vorbeiziehen lassen“.

Martin Mayer, Geschäftsführer des Eigenbetriebs Baulandentwicklung erklärte, dass von den aufgekauften Flächen lediglich etwa 57 Prozent für Eigenheime  übrig blieben, alles andere wären Grün- oder Verkehrsflächen. Im Falle des Dittlau müsse die Stadt auf jeden Fall 30 Meter Abstand der Bebauung zum Ödewald einhalten, erklärte Stadtplanerin Susanne Mehlis. Die Obstwiese an der K1410 solle nicht angetastet werden. Auch zu der bestehenden Bebauung am Berg ergebe sich ein Grünstreifen, der beispielsweise Fahrradwege aufnehmen könne. Allerdings zeigt der Lageplan für die weitergehenden Untersuchungen, über die der Gemeinderat am Donnerstag abstimmen soll, dass gegenüber den ersten Plänen, die Neubebauung näher an die bestehenden Häuser rücken könnte. Im Gegenzug ist eine Verlagerung von Sportplatzflächen vom Tisch, wie Susanne Mehlis untermauerte. Gesorgt werde auf jeden Fall für eine gute Anbindung an den Faurndauer Ortskern und den dortigen Bahnhof, sowie an die Innenstadt. Welche Fläche das im Lageplan skizzierte Gebiet hat, war gestern Nachmittag bei der Stadtverwaltung nicht zu erfahren. Auch welche Variante der Verkehrsanbindung an den Kreisverkehr beim Berufschulzentrum weiter verfolgt wird, ist offen.

Großen Raum nahm am Donnerstag die Frage ein, ob der Bauland-Bedarf der Stadt Göppingen tatsächlich so groß ist, dass das Neubaugebiet, das 2000 Einwohner fasst, gebraucht wird.

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Der OB kommt nun doch zum Bürgerforum

Termin Die Kritiker der Bebauung haben für Montag, 15. Oktober, um 19.30 Uhr im Alten Farrenstall die Öffentlichkeit zum Bürgerforum eingeladen, um das Für und Wider des großen Wohngebiets zu diskutieren.

Teilnehmer Moderator ist Dr. Rolf Wehaus. OB Guido Till hatte zunächst schriftlich abgesagt. Gestern jedoch meldete er sich bei der Bürgerinitiative und kündigte seine Teilnahme an.

Ablauf Nach Rücksprache mit dem Moderator hat die „Schutzgemeinschaft Dittlau“ den Abend in vier Themenbereiche unterteilt: Bedarfsprognose Wohnraum, Planungsstand, Flächenverbrauch und Landwirtschaft sowie Auswirkungen auf die Gesamtentwicklung Faurndaus. Zu jedem Punkt soll es je fünf Minuten Pro- und Contra-Stellungnahmen geben, dann jeweils 20 Minuten Bürgerdiskussion.

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