Göppingen Disput um Masterplan für Göppinger Friedhof

Auf dieser Grafik hat die Stadtverwaltung alles das zusammengefasst, was auf dem Göppinger Hauptfriedhof geplant ist. Das Paket an Sanierungen stieß im Gemeinderat auf Zustimmung. Heftig umstritten ist allerdings der Zeitplan. Es soll erst 2023 losgehen.
Auf dieser Grafik hat die Stadtverwaltung alles das zusammengefasst, was auf dem Göppinger Hauptfriedhof geplant ist. Das Paket an Sanierungen stieß im Gemeinderat auf Zustimmung. Heftig umstritten ist allerdings der Zeitplan. Es soll erst 2023 losgehen. © Foto: Stadtverwaltung
Göppingen / Von Arnd Woletz 30.11.2018
Fürs neue Krematorium ist der Bauantrag perfekt, aber ansonsten sollen die Göppinger mit den teils desolaten Zuständen am Hauptfriedhofnoch eine Weile leben, bevor umgebaut wird.

Eine sanierte Leichenhalle, neue Verwaltungsräume und Verbesserungen bei der Aussegnungshalle. Das sind die wesentlichen Punkte im Masterplan Hauptfriedhof, den die Bürgervertreter immer wieder gefordert hatten  und den die Verwaltung am Donnerstag im Göppinger Gemeinderat präsentierte. Die Stadträte waren zumeist erleichtert, dass in den denkmalgeschützten Gebäudekomplex und die weitläufigen Außenanlagen des Friedhofsparks investiert werden soll. Doch für Entsetzen bei den Stadträten sorgte der vorgesehen Zeitplan: Erst in fünf Jahren soll es losgehen. Damit waren mehrere Fraktionen nicht einverstanden. Am heftigsten widersprach Christine Schlenker für die SPD. Vor allem in der Leichenhalle könne man die räumliche Situation, die die Angehörigen beim Abschied von Verstorbenen erleben müssen, nicht länger so lassen, fand sie. Von der Bauverwaltung ernteten die Lokalpolitiker Kopfschütteln auf die Frage, ob man das Zeitband straffen könne. Das wiederum wollten viele nicht akzeptieren und forderten eine Vorschlag, welche anderen Projekte statt dessen verschoben werden könnten. Gestern legte die SPD nach: Den fünfjährigen Aufschub „hält die SPD-Fraktion gelinde gesagt für einen schlechten Scherz“, schrieb die Fraktion. „Wer die Gegebenheiten vor Ort kennt, kann da nur den Kopf schütteln. Angesichts der schlechten Bedingungen ist dieser Zeitplan absolut inakzeptabel.“

Sanierung kostet einiges

Von Pappe ist es nicht, was die Verwaltung am Friedhof plant: Allein die Sanierung der Leichenhalle soll 1,3 Millionen Euro kosten. In der Aussegnungshalle, wo die Trauerfeiern stattfinden, soll in die Beleuchtung und die Raumakustik, sowie in neue Teppiche investiert werden. Das Sozialgebäude für die Mitarbeiter stammt aus dem Baujahr 1981 und soll abgerissen und großzügig neu gebaut werden. Renoviert werden muss der Verwaltungsbereich. Sollte dieser Bereich in den Neubau des Sozialgebäudes umziehen, dann könnte der Verwaltungstrakt entkernt und dort ein zweiter Verabschiedungsraum eingerichtet werden.

Feld für Familienbäume ist ausgebucht

Auch die eigentliche, parkartige Friedhofsfläche unterliegt der ständigen Veränderung. Neben den üblichen Reihengräbern und Urnengräbern gibt es im Hauptfriedhof Urnengemeinschaftsgräber, Partnergräber und ein anonymes Rasengrab sowie den allgemeinen Urnenhain für Wohnsitzlose. Das Feld für Familienbäume ist bereits ausgebucht. Außerdem existiert jeweils ein muslimisches und jüdisches Gräberfeld sowie ein Grabfeld für sogenannte Sternenkinder, also gestorbene Embryonen.

Abschiednehmen von den Birken

Die alten Grabfelder sollen neu geordnet werden, damit die Gräber künftig mit dem Bagger ausgehoben werden können. Verbessert werden soll auch die Parkplatzsituation und es soll ein neuer Zugang am Südrand geschaffen werden.

Von den Birken müsse man sich auf dem Friedhof nach und nach verabschieden, sagte Henry Mutke vom städtischen Referat Umweltschutz und Grünordnung. Und die vom Gemeinderat gewünschte Suche nach einem Gelände für einen Friedwald im städtischen Forst blieb erfolglos. Der Revierförster habe keine  Fläche gefunden, die für einen Friedwald in Frage kommen würde, meinte Mutke.

Neues Krematorium: Baubeginn 2019

Die Zukunft des Krematoriums war ein heißes Eisen in der Stadtpolitik, seit es Anfang 2013 nach einer Verpuffung stillgelegt werden musste. Nach langem Tauziehen einigte sich der Gemeinderat auf einen privaten Betreiber. Der Bauantrag liegt nun vor. Der Erbbaupachtvertrag für das Grundstück ist unterschrieben. Die Weichen für den Baubeginn 2019 sind gestellt.

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