Vortrag Digitalisierung: Bildung ist Trumpf

Göppingen / Constantin Fetzer 19.01.2017

Silke Harmann vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) aus Stuttgart konnte bei der Uni der Generationen mit aktuellen Zahlen aufzeigen, wie sich die Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt auswirkt und künftig wohl auswirken wird. Sicher sei, dass es langfristig nicht mehr oder weniger Arbeitsplätze geben wird, je digitaler die Produktionsprozesse werden.

Es werde aber einen Wandel geben. Berufe, in denen zu mindestens 70 Prozent Routineaufgaben erledigt werden, haben ein großes Potenzial, durch Technik ersetzt zu werden. Berufe, in denen Kreativität und Verhandlungsgeschick gefragt ist, würden eher weniger von Technik ersetzt werden können. Vor allem Facharbeiter treffe dies, die in der Industrieproduktion arbeiten. Der Landkreis Göppingen als klassische Industrieregion sei davon überdurchschnittlich betroffen. 22,6 Prozent der Beschäftigten arbeiten in Berufen, die durch die Digitalisierung obsolet werden könnten. In Baden-Württemberg sind es im Schnitt 17,4 Prozent, bundesweit 15 Prozent. Die Wissenschaftlerin weiß darum: „Je qualifizierter man ist, desto schwerer kann man von der Technik ersetzt werde.“

Für die Agentur für Arbeit, in deren Auftrag das IAB forscht, heißt das, dass Facharbeiter immer schwerer vermittelt werden können, wenn sie mit ihrem Wissen nicht auf dem aktuellsten Stand der Technik sind. „Bildung schützt vor Arbeitslosigkeit“, ist sich Silke Harmann sicher. Das bedeute aber auch, dass sowohl in der Schule, als auch die Ausbildungsinhalte in den Berufen, diesem schnellen digitalen Wandel in gleicher Geschwindigkeit anpassen müssen.

Wie spannend lebenslanges Lernen ohnehin sein kann, zeigt die Reihe „Uni der Generationen“ des Göppinger Stadtseniorenrats an der Hochschule in Göppingen, die mit dieser Vorlesung zu Ende ging. Unterstützt wird die Uni der Generationen von der Kreissparkasse und der NWZ. tf

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