Die Baumaschinen rumoren im neuen Wohngebiet zwischen Hohenstaufenstraße und Dürerstraße. Die im Herbst begonnenen Erschließungsarbeiten auf der 21 000 Quadratmeter großen Fläche der ehemaligen Schrebergartenanlage sind in vollem Gang. Etwa 120 Wohneinheiten für bis zu 250 neue Einwohner sollen westlich des Hauptfriedhofs einmal zur Verfügung stehen. Für die Erschließungsarbeiten muss die Stadt etwa 2,2 Millionen Euro berappen. Das Geld soll durch den Grundstücksverkauf wieder herein kommen. Und dafür gibt es nun die ersten Zahlen: Die Preise sollen zwischen 360 und 425 Euro pro Quadratmeter liegen. Der zuständige Ausschuss soll am Donnerstag darüber beraten und der Gemeinderat eine Woche später das Paket beschließen.

Begrenzte Eigenheim-Bauplätze

Dabei wird auch deutlich: Eigenheim-Bauplätze für den Privatmann stehen nur sehr begrenzt zur Verfügung – lediglich neun Plätze für sogenannte Kettenhäuser im südlichen Teil des Gebiets rund um den Kindergarten „Flohkiste“ gehen in den freien Verkauf an Häuslesbauer. Sie sollen zu Quadratmeterpreisen von 360 Euro angeboten werden (siehe Infobox).

Nördlich davon sind 13 Reihenhäuser in drei Baufeldern geplant. Sie sollen aber Bauträgern angeboten werden. Die Investoren verpflichten sich, bei der Vergabe der fertigen Reihenhäuser die gleichen Kriterien anzuwenden, wie die Stadt. In dem dafür angewandten Punktesystem bringen beispielsweise die Herkunft aus Göppingen oder einem Stadtbezirk, ein Arbeitsplatz in der Stadt oder mehr als ein Kind den größten Punkte-Bonus.

Viel Geschosswohnungsbau

Der überwiegende Teil des neuen Baugebiets wird für den Geschosswohnungsbau verwendet. Dafür steht unter anderem ein Grundstück im südlichen Teil zur Verfügung, das in einem Vergabeverfahren für 425 Euro pro Quadratmeter angeboten wird. Mehr als die Hälfte der Fläche umfasst das sogenannte „Baufeld A“ unterhalb des Friedhofs-Parkplatzes. Dort sind die Quadratmeterpreise zwischen 415 und 425 Euro hoch. Allerdings gilt dort auch eine feste Vorgabe für die Investoren der Mehrfamilienhäuser mit Tiefgarage: Wegen des angrenzenden Steinmetzbetriebs neben dem Friedhof waren nämlich besondere Lärmschutz-Anforderungen nötig. Der am nördlichsten gelegene Wohnblock mit vier Obergeschossen muss sich deshalb ohne Lücke über die gesamte Breite des Baugebiets erstrecken, denn er übernimmt die Funktion einer Lärmschutzwand für das übrige Wohngebiet. Diese Tatsache könnte auch die Häuslebauer weiter südlich betreffen, denn sie können ihre Häuser erst dann beziehen, wenn der Wohnblock im Norden des Gebiets fertig ist, das macht die Gemeinderatsvorlage unmissverständlich klar. Den Planern im Rathaus schwebt für das Baufeld A „eine Mischung aus bezahlbarem Mietwohnraum und preisdifferenzierten Eigentumswohnungen“ vor.

Um diese Bedingungen zu erfüllen, soll offenbar die städtische Tochtergesellschaft Wohnbau Göppingen (WGG) ins Boot geholt werden und außerdem deren Stuttgarter Kooperationspartner, die Genossenschaft Flüwo. Die Flüwo errichtet derzeit bereits im Bodenfeld fast 70 Wohnungen an der Julius-Keck-Straße. Die Partner WGG und Flüwo sollen darüber hinaus mehrere Architekturbüros beauftragen und daraus den besten Entwurf verwirklichen. Südlich angrenzend an den Lärmschutz-Riegel sind weitere fünf Baufelder ebenfalls mit Geschosswohnungsbau vorgesehen.

Die Preisfindung für die Bauplätze


Rückblick Vor gut einem Jahr hatten die Preise, die die Stadt Göppingen für Bauflächen in Bezgenriet-Schopflenberg verlangte, für Diskussionen im Gemeinderat gesorgt. Dort hatte die Kommune 320 Euro pro Quadratmeter angesetzt. Das war etwa ein Viertel mehr als die Bodenrichtwerte der benachbarten Gebiete vorsehen.

Aktuell Mit 360 bis 425 Euro pro Quadratmeter setzt die Stadt diesen Trend nun im Gebiet Dürerstraße/Hohenstaufenstraße fort. Entlang der Dürerstraße beträgt der aktuelle Bodenrichtwert 300 Euro, nordwestlich der Hohenstaufenstraße 380 Euro.