Kreis Göppingen Die Tracht liegt im Trend

Im "Showroom" der "Allgaeulilie": NWZ-Praktikantin Carmen Schmid (links) und Geschäftsführerin Heike Berger (rechts). Foto: Giacinto Carlucci
Im "Showroom" der "Allgaeulilie": NWZ-Praktikantin Carmen Schmid (links) und Geschäftsführerin Heike Berger (rechts). Foto: Giacinto Carlucci
CARMEN SCHMID FELIX BRESSMER 14.06.2012
Trachten, Dirndl und Lederhose sind wieder voll im Trend. An Anlässen, sie zu tragen, mangelt es ebenfalls nicht. Auch das NWZ-Blasmusikfestival setzt mittlerweile auf den alpenländischen Look.

Wer nach Trachten trachtet, wird mittlerweile auch im Landkreis fündig. Neuerdings gibt es einige Möglichkeiten, ein festliches Dirndl oder einfach die klassische Lederhose zu kaufen. Kaufhäuser wie C&A, NKD oder Kaufhof haben das stetig größer werdende Interesse an Trachten längst erkannt und darauf reagiert. Wer im günstigen Alpenschick zur Party möchte, hat dort eine breite Auswahl. Anspruchsvollere finden seit diesem Frühjahr auch in Rechberghausen etwas für die Hüttengaudi oder das Bierzelt.

Mit der "Allgaeulilie" gründete Heike Berger vor zwei Jahren eine Mode-Manufaktur. Hier wird alpenländischer Schick im kleinen Rahmen angeboten. Begonnen hat sie ihr Geschäft mit handgefertigten Wollfilz- und Lederhandtaschen, von denen "jede Tasche durch die individuelle Bestickung oder auch die Laserveredelung ein Unikat ist", so die Geschäftsinhaberin. Seit diesem Frühjahr hat sie ihr Sortiment aufgrund steigender Nachfrage um weibliche Trachtenmode erweitert.

Doch wie fühlt sich Frau im traditionellen Gewand? Ein Selbstversuch gibt Aufschluss. Schon bei der Anprobe wird klar: Hier handelt es sich nicht nur um den Wechsel der Kleidung, sondern auch um den des Kulturkreises. Aus der jungen Frau aus Göppingen wird innerhalb weniger Minuten ein fesches Hüttenmadl, das durchaus Wert auf Eleganz legt. Vielleicht ist damit der Hype ums Trachtenkleid zu erklären. Doch wehe die Schleife des Schurzes wird falsch gebunden. Hier müsse man sehr vorsichtig sein, an welcher Stelle man bindet, sagt Heike Berger. "Links bedeutet alleinstehend, rechts vergeben, in der Mitte jungfräulich und trägt Frau ihre Schleife hinten, gibt sie an, verwitwet zu sein."

Schämen muss sich für die zünftige Tracht niemand mehr. Geschäftsführerin Berger bestätigt, dass "moderne Dirndl auch von jungen Damen immer häufiger getragen werden." Auch bei jungen Männern kommt Alpen-Feeling ganz von selbst auf, wenn sie sich in die Hirschlederne trauen oder den Janker überwerfen. Die Lederhose sei schon lange keine verstaubte Tracht der Vergangenheit mehr und feiere nun schon seit Jahren vor allem bei der Jugend einen wahren Aufschwung. "Ich habe Kunden im Alter von 18 bis 80 Jahren", berichtet die Rechberghäuserin."

Hochsaison sei selbstverständlich die Volksfestzeit, wenn die Frühlings- und Oktoberfeste in Stuttgart und München stattfinden, sagt Heike Berger.

Auch die Veranstalter des NWZ-Blasmusikfestivals in Göppingen setzen auf diesen Trend. Ob sich ihre Hoffnungen erfüllen, wird sich heute Abend im Festzelt des Maientags zeigen.

Historie: Von Mädchen und Dirndln