Göppingen Die Toten nicht vergessen

Die Erste Bürgermeisterin der Stadt Göppingen, legte an den Ehrenmalen für die Gefallenen der Weltkriege sowie erstmals auch an der Gedenkplatte für Zwangsarbeiter Kränze nieder.
Die Erste Bürgermeisterin der Stadt Göppingen, legte an den Ehrenmalen für die Gefallenen der Weltkriege sowie erstmals auch an der Gedenkplatte für Zwangsarbeiter Kränze nieder. © Foto: Axel Raisch
Göppingen / Axel Raisch 19.11.2018
In Göppingen und vielen Kommunen im Landkreis wurde der Gefallenen der beiden Weltkriege gedacht.

Bei der zentralen Göppinger Gedenkfeier am Vorabend des Volkstrauertages auf dem Friedhof an der Hohenstaufenstraße forderte Göppingens Erste Bürgermeisterin Almut Cobet dazu auf, im Bemühen um Versöhnung, Kooperation und Verständigung nicht nachzulassen. Schüler der Walther-Hensel-Schule, der Hermann-Hesse Realschule und des Freihof-Gymnasiums beteiligten sich am Gedenken mit Reden, Gedichten und biographischen Schlaglichtern, der Posaunenchor Hohenstaufen begleitete die Feier musikalisch. Vielfach wurde 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs auf diesen Bezug genommen.

Erstmals wurde nicht nur an den Ehrenmalen für die Gefallenen der Weltkriege sondern auch an der unter Mitwirkung des Hohenstaufen-Gymnasiums errichteten Gedenkplatte für Zwangsarbeiter ein Kranz niedergelegt.

In Anwesenheit von Vertretern der Bundeswehr, der Polizei, von Versehrtenverbänden, des Bundestagsabgeordneten Volker Münz, von Regional-, Kreis und Stadträten betonte Almut Cobet, dass Krieg kein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein dürfe. Sie unterstrich dabei die Notwendigkeit des Volkstrauertages, der die Möglichkeit biete, inne zu halten und sich die Folgen von Krieg und Gewalt zu vergegenwärtigen, die eigene Haltung zu überdenken und an die Verantwortlichen und jeden Einzelnen zu appellieren, andere Wege einer Konfliktlösung zu suchen.

Mit Worten Erich Maria Remarques gab Cobet zu Bedenken, dass Krieg nicht nur töte, sondern den Menschen auch ihre Würde und ihre Menschlichkeit raube und immer eine verlorene und zerstörte Generation hinterlasse. Unfassbar viele Menschen seien gestorben „und sterben auch gerade jetzt, in diesem Augenblick, in den zahlreichen Konflikten, die auf der ganzen Welt herrschen“, mahnte Cobet und appellierte daher eindringlich: „Mit Beharrlichkeit und Überzeugungskraft, mit viel Geduld und harter Arbeit haben wir heute ein friedliches Europa geschaffen, an welchem wir weiterhin arbeiten müssen. Mit all unserem Engagement müssen wir uns dafür einsetzen, dass die Schrecken der Vergangenheit sich niemals mehr wiederholen“, appellierte die Rednerin.

Schüler der Walther-Hensel-Schule, der Hermann-Hesse Realschule und des Freihof-Gymnasiums trugen, dem Anlass entsprechend gekleidet, mit eindringlichen Beiträgen zum würdigen Gedenken bei. Sie lasen Anti-Kriegsgedichte von Kurt Tucholsky („Krieg dem Kriege“), Erich Kästner („Verdun, viele Jahre später“), teils beeindruckend im Chor gesprochen, und nannten exemplarisch Sterbeorte und Daten von 41 Personen, die bei einem Projekt zum Ersten Weltkrieg von Schülern des Freihof-Gymnasiums recherchiert worden waren, um dem „Vergessenen Krieg“ und den damit verbundenen Schicksalen ein Gesicht zu geben. „Wir sind die Generation mit der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass nicht vergessen wird“, sagte ein Schüler bevor die Teilnehmer des Gedenkens begleitet vom Posaunenchor Hohenstaufen die Ehrenmale und Gedenkplatte abschritten.

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