Göppingen Die Spiegelung tut nicht mehr weh

Die Darmspiegelung spielt bei der Krebsvorsorge die entscheidende Rolle.
Die Darmspiegelung spielt bei der Krebsvorsorge die entscheidende Rolle.
Göppingen / MARGIT HAAS 15.03.2014
Vorsorge kann ein entscheidender Faktor beim erfolgreichen Kampf gegen Darmkrebs sein. Das wurde beim jüngsten Arzt-Patienten-Forum überdeutlich.

Das Interesse am Arzt-Patienten-Forum, einer Kooperationsveranstaltung von Kreisärzteschaft, Volkshochschule Göppingen und NWZ, ist weiterhin groß. Am Donnerstagabend war im Märklinsaal der Göppinger Stadthalle jeder Stuhl besetzt.

Das Thema der jüngsten Veranstaltung ist brisant, sterben doch in der Bundesrepublik jährlich 35 000 Menschen an Darmkrebs. Weit über 70 000 Neuerkrankungen werden diagnostiziert. Zahlreiche Patienten hätten sich einen langen Leidensweg vielleicht ersparen können, wenn sie rechtzeitig eine Darmspiegelung hätten vornehmen lassen. Sie kann weder vom "Stuhlbriefchen" noch von einer Computertomografie ersetzt werden. "Die Darmspiegelung ermöglicht nicht nur Krebs in Frühstadien zu erkennen. Sie ermöglicht auch die Entstehung des Darmkrebses mit hoher Wahrscheinlichkeit zu verhindern", erläuterte der Göppinger Internist Dr. Kurt Vollmer.

Polypen, wie sie sich bei zahlreichen Menschen in der zweiten Lebenshälfte im Darm entwickeln, können bei einer Koloskopie bereits entfernt werden. So können sie sich erst gar nicht zu Tumoren entwickeln. Ebenso bedeutsam wie die Vor- ist die Nachsorge nach einer erfolgreichen Behandlung. Dies unterstrich nicht nur der Internist. Dies wurde auch in der von Dr. Hans-Joachim Dietrich moderierten Gesprächsrunde mit betroffenen Patienten deutlich. Im Gespräch mit Dr. Gerhard Allmendinger, Leiter der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Diabetologie und des Diabeteszentrum der Klinik am Eichert, betonte, dass dank entsprechender Medikamentierung eine Darmspiegelung heute nicht mehr schmerzhaft sei.

Die Behandlungsformen der einzelnen Stadien - von vier unterschiedlichen Erkrankungsphasen wird gesprochen - erläuterte Dr. Stefan Riedl, der Leiter des Darmzentrums der Alb-Fils-Kliniken Göppingen, ausführlich und gut für medizinische Laien verständlich. "Die Chancen einer erfolgreichen Behandlung sind heute deutlich besser als noch vor 15 Jahren." Und: "Die Behandlung von Darmkrebs sollte an einem durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifizierten Zentrum erfolgen." Das Darmkrebszentrum der Klinik am Eichert zählt dabei zu den besten in Deutschland. In seinem sehr wissenschaftlich gehaltenen Vortrag stellte Dr. Wolfram Baumann von der Klinik am Eichert die Behandlungsmöglichkeiten nach einer erfolgreichen Tumoroperation vor.

Info Der Tinnitus ist das Thema des nächsten Arzt-Patienten-Forums

am 8. Mai um 19 Uhr in der

Göppinger Stadthalle.