Medizin Die Rettungskette wird digitaler

Göppingen / CONSTANTIN FETZER 14.12.2016

Sowohl in der Notfallversorgung, als auch bei der Tumortherapie und in der Chirurgie gewinnt die Technik immer mehr an Bedeutung – da sind sich die Mediziner und Professoren Matthias Fischer, Gerd Becker und  Stefan Riedl von den Alb-Fils-Kliniken sicher. Bei ihren Vorträgen bei der Uni der Generationen des Stadtseniorenrats an der Hochschule in Göppingen haben sie aus ihrem Alltag berichtet, der durchaus auch von Technik bestimmt ist. Das Semester der Uni der Generationen beschäftigt sich in verschiedenen Facetten zum Thema Digitalisierung – diesmal im Bereich der Medizin.

Matthias Fischer, Chefarzt in der Klinik für Anästhesiologie, Operative Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, berichtete über die digitale Rettungskette der Alb-Fils-Kliniken. „Jede Minute zählt“ war sein Vortrag überschrieben. Er verdeutlichte den Einfluss der Digitalisierung auf die Rettungskette und damit auf die Notfallversorgung des Patienten mit dem. „Rescue Track“. Das digitale Werkzeug unterstützt eine schnellere Organisation der Rettungsdienste. Außerdem können Informationen direkt an die Klinik weitergegeben werden, sodass sich die Notaufnahme auf den eintreffenden Patienten vorbereiten kann.

Auch das Zukunftsprojekt „Corhelp3r“ zeigt die Wirkung der Digitalisierung. Ersthelfer solen über ihr Smartphone per GPS geortet werden und je nach Nähe zum Einsatzort direkt Informationen erhalten. So können sie noch vor dem Notarzt Erstversorgung leisten.

Gerd Becker erklärte, wie die Mediziner von Robotertechnik unterstützt werden kann. „Nur mit einer richtigen Diagnose ist eine richtige Therapie möglich“, erklärte der Professor – dafür sei die richtige Visualisierung und Analyse wichtig. In den Alb-Fils-Kliniken wird das „Cyber Knife“ eingesetzt. Das ist eine Kombination aus präzisen Bildführungssystemen und Roboter, der die Bewegung und Reaktion des Patienten in Echtzeit misst.

Der Chefarzt im Zentrum für Chirurgie, Professor Stefan Riedl, berichtete, wie Robotertechnik in der Chirurgie eingesetzt werden kann – aber auch, wo Grenzen sind.“ Denn die reine Roboterchirurgie sieht der Mediziner bislang eher kritisch, da hoher Aufwand und hohe Kosten nur mit mäßigem Nutzenvorteil einhergingen. Mit der Zukunft und fortgeschreitender Technik seien aber Operationen, die vollständig von einem Roboter ausgeführt werden können, nicht auszuschließen.

Alle drei Referenten sind sich einig: Die Digitalisierung wird weiter Einzug in die Krankenhäuser halten.

Info Der letzte Vortrag der „Uni der Generationen“ in diesem Semester findet am 16. Januar statt. Silke Harmann referiert dann über die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Arbeitsleben und die Gesellschaft.

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