Er war auf der Suche nach alten Fotos, Briefen und anderen Dokumenten über das Kriegsende im Kreis Göppingen: Kreisarchivar Dr. Stefan Lang hat zwei Jahre lang zahlreiche Quellen durchforstet, um den Einmarsch der Amerikaner im April 1945 genau zu rekonstruieren. Gemeinsam mit dem Filmemacher Gerhard Stahl entstand ein Dokumentarfilm über den Einmarsch vom 19. bis zum 22. April. Doch wie zeigt man ein Geschehen, das 70 Jahre zurück liegt? Wie findet man in amerikanischen Archiven überhaupt Filmaufnahmen aus Göppingen?

Bei der Kulturnacht am kommenden Samstag, 27. Juni, zeigen die beiden Referenten im NWZ-Verlagshaus in der Rosenstraße 24 anhand von kurzen Filmausschnitten, wie die Menschen den Einmarsch der US-Truppen erlebt haben und geben Antworten auf zahlreiche Fragen zur Entstehung des Films und der genutzten Quellen. Im Mittelpunkt stehen dabei auch die Zeitzeugen, die das Kriegsende selbst gesehen haben. Stefan Lang führte Interviews mit 100 Zeitzeugen aus dem Kreis Göppingen. Sie erzählten ihm vom Napalmangriff auf Wäschenbeuren, den Panzern im Filstal und der allgegenwärtigen Angst. Was ging ihnen durch den Kopf? Woran erinnern sie sich bis heute? Die Referenten geben einen Einblick.

Besucher des Filmvortrags haben am Samstagabend die Gelegenheit, mitzureden und Fragen zu stellen. Die in der NWZ in den vergangenen Wochen veröffentlichte Serie zum Weltkriegsende, deren letzte Folge in der Samstagsausgabe erscheint, ist nur bei der Kulturnacht als Sonderdruck zum Preis von zwei Euro erhältlich.

Offizieller Start der Kulturnacht ist um 18.45 Uhr auf der Bühne am Marktplatz. Bereits um 18.15 Uhr überreicht OB Guido Till den Kulturpreis des Stadtverbands Kultur.

Info: Die Filmvorträge bei der NWZ laufen am Samstag von 19.30 bis 20.30 Uhr, 21 bis 22 Uhr, 22.30 bis 23.30 Uhr und 24 bis 1 Uhr. Besucher können den Vortragsraum jederzeit betreten.