Göppingen Die Kapellen geben alles beim Blasmusikfestival

Göppingen / Ulrike Luthmer-Lechner 15.06.2018
Ein schwungvolles Vergnügen für alle Generationen bot die 11. Auflage des NWZ-Blasmusikfestivals. Acht Kapellen zündeten ein musikalisches Feuerwerk.

Rund 370 Musikerinnen und Musikern aus dem Blasmusik-Kreisverband Göppingen, süffiges Bier und knusprige Göckele sorgten für Lebensfreude pur beim inoffiziellen Maientagsauftakt. Bei der Veranstaltung der NWZ in Kooperation mit den Festzeltbetrieben Göckelesmaier, der Kaiser Brauerei Geislingen und dem Blasmusik-Kreisverband Göppingen fiel auf, dass zunehmend junge Leute ihr Faible für Blasmusik zu entdecken scheinen. Mehrere Tausend Menschen kamen ins Maientagsfestzelt.

Festwirt Karl Maier freute sich: „So viele gutgelaunte Gesichter und überwiegend Trachtengewänder, das macht Spaß“. Alle Kapellen ernteten für ihre musikalische Leistung, die sie einem breiten Publikum vorstellen konnten, begeisterten Applaus „So schön ist Blasmusik“, erklang Punkt 18 Uhr, als Dirigent Peter Schaile vom Musikverein (MV) „Frohsinn“ Albershausen den Taktstock hob, um die Blasmusikfans im rappelvollen Festzelt auf Touren zu bringen.

Ein fröhlich-buntes Bild bot dann der festliche Einzug ins Zelt: Die Bläser der Kreisjägervereinigung, die Trachtengruppe Dürnau-Boll-Gammelshausen, Festwirt Karl Maier mit Frau Daniela, der Geschäftsführer der Kaiser Brauerei Christoph Kumpf und Braumeister Max Meusel sowie der Verbandsvorsitzende des Blasmusik-Kreisverbandes, Roland Ströhm mit Frau Claudia.

Fähnchen schwingend zogen auch die Bürgermeister der Gemeinden, aus denen die teilnehmenden Musikkapellen stammen, die Festivalorganisatoren sowie Landrat Edgar Wolff und allen voran Schirmherr Oberbürgermeister Guido Till mit seinen Söhnen ein. Von der Bühne aus ließ SWR-Moderatorin Bärbel Schlegel, die erstmals durch das sechsstündige Programm führte, den Blick ins Festzelt schweifen und staunte beeindruckt: „Dass das derartig toll aussieht, habe ich nicht gedacht“. Nach kurzen Grußworten auf der Bühne setzte das Göppinger Stadtoberhaupt nach fünf Schlägen den Hahn und das eigens eingebraute Maientagsbier floss schäumend in die Krüge.

NWZ-Redaktionsleiter Helge Thiele dankte „allen, die mithelfen, dass wir heute Abend Freude haben“. Doch ein kleines Teufelchen hatte sich eingeschlichen und die Zeiger der Uhr eilten schneller, als es der Zeitplan vorsah. Die Musikanten aus Albershausen konnten ihre Titelauswahl nicht vollständig spielen und zeigten sich enttäuscht. Indes warteten auf der zweiten Bühne bereits die Instrumentalisten vom MV „Harmonie“ Gosbach auf ihren Einsatz. Weil das Orchester aktuell auf Dirigentensuche ist, sprang spontan die 24jährige Querflötistin Lena-Sophie Müller ein. Die Jugenddirigentin in Reichenbach/Täle meisterte ihre Aufgabe mit Bravour und blieb auch „cool“, als es eine Schrecksekunde für den Klarinettisten Sebastian Karle gab. Mitten im Spiel krachte sein Stuhl zusammen und er lag am Boden, unverletzt konnte er weiterspielen.

Mit dem „Bozner Bergsteigermarsch“ startete die seit 2015 bestehende Spielgemeinschaft Rechberghausen-Börtlingen unter Leitung von „Basti“ Hoiß, bevor sich der MV Stadtkapelle Geislingen präsentierte. Unter dem Dirigat des Kanadiers Normand DesChènes erklang eine Hommage an „Kaiserin Sissi“ und das Programm aus der Fünftalerstadt endete mit dem schwungvollen „Radetzky-Marsch“.

Mit viel Spaß ging es dann um königliche Ehren bei der Wahl zur Dirndl-Königin und des Lederhosen-Prinzen.

Eine Doppelfunktion hatte Blasmusik-Kreisverbandsvorsitzender Roland Ströhm inne. Der engagierte Verbandschef stand als Dirigent des 35köpfigen MV Stadtkapelle Eislingen auf der Bühne. Mit Leidenschaft und Spielfreude luden die Musikanten zum „Kometenflug“ ein und besuchten „Heidi“ auf der Alm. Der Zeitplan war unterdessen um 15 Minuten verrutscht, doch die bis dahin gute, jedoch etwas verhaltene Stimmung, knackte der MV Faurndau. Der seit 27 Jahren aktive Mann am Taktstock, Wolfgang Bihr, hatte genau das Repertoire im Gepäck, auf das die Gäste warteten. Mitsingen, schunkeln, klatschen. Die Besucher standen auf den Bänken, als „Böhmische Perlen“ funkelten und die Begeisterung schwappte bei Partyhits und Oldies vollends von der Bühne ins Zelt.

Anknüpfen konnte der MV Hattenhofen unter musikalischer Leitung von Stefan Zink, bevor die Musikkapelle vom Kaiserberg, die MK Hohenstaufen unter Stabführung von Jürgen Merkle den Schlusspunkt markierte. Freilich, die Hymne der Blasmusik, den „Böhmischen Traum“ gab es noch als Zugabe. Kurzum: Der Glanz der Blasmusik, er erstrahlte einmal mehr bei der kreisweit größten Konzertveranstaltung.

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