Göppingen Die Hand der Mumie

Nichts für schwache Nerven: Diese rund 3000 Jahre alte Mumienhand war vor 25 Jahren in der NWZ abgebildet. Ein Göppinger Wissenschaftler hatte sie mit einem neuartigen Verfahren in ihre ursprüngliche Form zurückversetzt.
Nichts für schwache Nerven: Diese rund 3000 Jahre alte Mumienhand war vor 25 Jahren in der NWZ abgebildet. Ein Göppinger Wissenschaftler hatte sie mit einem neuartigen Verfahren in ihre ursprüngliche Form zurückversetzt. © Foto: Archiv
Göppingen / ELKE BERGER 13.09.2014
Der Göppinger Wissenschaftler Dr. Christian Hradecky versetzt eine 3000 Jahre alte Mumienhand wieder in ihre ursprüngliche Form. Das Ergebnis war am 8. September 1989 sogar im "heute"-Journal zu sehen.

Fast war es wie eine Szene aus einem Horrorfilm: In einem flüssigkeitsgefüllten Glasbehälter schwimmt eine menschliche Hand. Sie ist Teil einer ägyptischen Mumie aus der 19. Dynastie und etwa 3000 Jahre alt. Dass diese Hand sogar am 8. September 1989 im heute-Journal Thema war, beweist den hohen Sensationsgrad des wissenschaftlichen Versuchs, wie auch am selben Tag in der NWZ zu lesen war.

Der Göppinger Wissenschaftler Dr. Christian Hradecky hatte Sensationelles bewiesen: Dass es möglich ist, mumifizierten Körperteilen ihr früheres Aussehen zurückzugeben. Für den Versuch hatte er eigens eine spezielle Flüssigkeit entwickelt, in die er die Hand zur Rehydrierung eingelegt hatte. Nach zehn Tagen hatte die Hand in etwa wieder ihre ursprüngliche Größe angenommen. Auch die einstige Hautfarbe war nun zumindest teilweise wieder erkennbar, da die dunkle Mumifizierungsmasse ausgewaschen worden war. Seit neun Monaten befasste sich Hradecky damals schon im Auftrag des Instituts für Anthropologie und Humangenetik der Universität Tübingen mit Mumien.

Mittlerweile war er ein in Fachkreisen weltweit gefragter Mann geworden, im Dezember 1989 waren Vorträge von ihm in Kairo, Oslo und Melbourne geplant. Inzwischen hatte er auch eine relativ einfach anzuwendende Methode entwickelt, um Mumien zu konservieren. Er war davon überzeugt, die vom Verfall bedrohten Königsmumien im Ägyptischen Museum von Kairo dauerhaft konservieren zu können, so war damals zu lesen. Freilich, ohne die wertvollen Körper vorher rehydriert zu haben.

Was sonst noch geschah . . .

5. September 1964: Ein junges Eislinger Ehepaar reist in dreieinhalb Monaten bis Persien und zurück. Mit Ihrem Auto legen sie 16 000 Kilometer zurück.

13. September 1964: Nach eineinhalb Jahren Bauzeit wird in Holzhausen die evangelische Christuskirche eingeweiht. Der moderne Pultdach-Bau mit quadratischen Fenstern lässt sich in den Gemeinderaum erweitern.

13. September 1989: Die Bilanz sieben Jahre nach Einführung der Altglascontainer im Kreis: Noch immer wird zu wenig Altglas gesammelt, somit ist das Altglasrecycling für die ETG ein Verlustgeschäft.

SWP

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