Natur Die Gespinstmotte geht um

Gespinstmottenraupen sind auch am Spielplatz in Börtlingen-Zell aktiv.
Gespinstmottenraupen sind auch am Spielplatz in Börtlingen-Zell aktiv. © Foto: Staufenpress
Kreis Göppingen / Maximilian Haller 12.05.2018

Kahl gefressene Bäume und Sträucher, umhüllt von silbrigen Fäden, sieht man zurzeit wieder in Wäldern, Parks und an Wegrändern. Verantwortlich für diesen gespenstischen Anblick sind die Raupen der Gespinstmotte, die im späten Frühjahr schlüpfen und auf Nahrungssuche gehen. Dabei spinnen sie Äste und Zweige komplett ein und fressen die Blätter der befallenen Pflanzen ab. Johannes Martin Jeutter, Gärtnermeister des Gärtnerhofs Jeutter in Faurndau, gibt aber Entwarnung: „Das ist keine dramatische Sache.“

In manchen Jahren gebe es zwar mehr Gespinstmottenraupen als in anderen, im Grunde seien sie jedoch harmlos und bergen keinerlei Gefahr für Menschen. Auch auf die Pflanzen habe der Insektenbefall keine dauerhaften Auswirkungen. „Die Natur erholt sich relativ schnell“, erklärt Jeutter. Mit dem Johannistrieb, also dem zweiten Erblühen innerhalb eines Jahres, treiben die Blüten wieder auf und lassen sich den Befall kaum anmerken.

Extrem betroffen sind laut Jeutter vor allem Traubenkirschen und Pfaffenhütchen, aber auch Weißdorn, Pappeln und Weiden gehören zu den Zielen der Gespinstmotte. Bei Obstbäumen sei durch den Befall der Raupe ein geringerer Ertrag möglich, da die Bäume in diesem Fall weniger Glukose produzieren können. Eine Bekämpfung der Gespinstmotte hält der Gärtnermeister vor allem bei Normalverbrauchern für unnötig. Mit dem Bakterium „Bacillus thuringiensis“ könne der Bestand der Raupe jedoch reduziert werden. Das Bakterium sei für die Umwelt vollkommen harmlos, wie Jeutter betont. „Im Übrigen regelt das Angebot die Nachfrage.“ Die vielen Gespinstmotten seien Nahrungsgrundlage für Vögel. „Die Natur regelt das problemlos von selbst“, sagt Jeutter.