Göppingen Die Farben des Garten Eden

Göppingen / KATHARINA NEUBURGER 31.10.2012
Im Alter von nur 67 Jahren ist die in Göppingen geborene Künstlerin Dorothee Ziegler vergangene Woche in Stuttgart gestorben.

Ihre künstlerische Laufbahn begann Dorothee Ziegler 1964 an der Kunst- und Werkschule Merz in Stuttgart. Bereits 1967 wurde sie in die Meisterklasse der Kunstakademie Stuttgart aufgenommen. Sie erhielt den 1. und 2. Akademiepreis zu ihrem Abschluss in Stuttgart.

Trotz dieses fulminanten Starts in eine professionelle Karriere als Malerin zog sie die Abgeschiedenheit paradiesischer Orte und stiller Refugien der lauten Kunstszene vor. Mit ihrem Partner Christian Günther kaufte sie 1976 einen unwirtlichen Hain in Paou, Griechenland, um diesen in einen utopisch-schönen Garten zu verwandeln und fortan halbjährig dort zu leben und zu arbeiten. Besonders in Dorothee Zieglers "griechischen Jahren" entstanden Werke, die von den Formen und vom Licht ihres Gartens tief geprägt sind. In ihrem Selbstbildnis "Ohne Titel" von 1986/87 sieht man sie dort, sich selbst malend. Dorothee Ziegler blickt den Betrachter jedoch nur scheinbar direkt an. Wir blicken vielmehr in ihr Spiegelbild, in ein gerahmtes Bild im Bild. Es ist - wie ihr gesamtes Werk - eine komplexe Komposition, in der die Ebenen von Betrachter und Betrachtetem ineinander übergehen. Wir erkennen in ihrem malenden Blick die ganz eigene Entdeckung von Farbe und Form eines selbst erschaffenen Garten Eden.

Seit dem Verkauf ihres Grundstücks in Griechenland (2001) lebte und arbeitete die in Göppingen geborene Künstlerin bis zu ihrem Tod in Waldenbuch bei Stuttgart.

Am 23. Oktober ist Dorothee Ziegler im Alter von nur 67 Jahren in der Nähe ihres letzten Wohnsitzes gestorben. Sie hinterlässt ein vielschichtiges malerisches Werk und Spuren eines einzigartigen Lebens.