Kreis Göppingen Die Bahn will 2013 loslegen

530 Meter lang und bis zu 85 Meter hoch sind die beiden parallel verlaufenden Brücken der neuen Schnellbahn-Trasse bei Mühlhausen, wie diese Simulation der Bahn zeigt.
530 Meter lang und bis zu 85 Meter hoch sind die beiden parallel verlaufenden Brücken der neuen Schnellbahn-Trasse bei Mühlhausen, wie diese Simulation der Bahn zeigt.
Kreis Göppingen / THOMAS HEHN 23.01.2012
Für S 21 fällt demnächst der Südflügel des Stuttgarter Bahnhofs. Auch beim Bau der ICE-Trasse bis Ulm steht die Bahn in den Startlöchern: Im Frühjahr 2013 soll mit Tunneln und Filstalbrücke begonnen werden.

Der Bau der Schnellbahntrasse zwischen Stuttgart und Ulm rückt näher: Nach dem sich die Mehrheit der Bürger im Land für Stuttgart 21 ausgesprochen hat, drückt die Bahn auch bei der ICE-Trasse auf die Tube: Bereits in den nächsten Tagen beginnen die vorbereitenden Maßnahmen. So soll noch im Januar ein auf der Trasse liegender Aussiedlerhof bei Weilheim abgerissen werden. Im Bereich des Albaufstiegs - dem Planfeststellungsabschnitt 2.2 - werden landschaftspflegerische Ausgleichsmaßnahmen den Start für das von der Bahn auf insgesamt zwei Milliarden Euro geschätzte Großprojekt (Kritiker rechnen mit 5,5 Milliarden) zwischen Wendlingen und Ulm einläuten: So wird bei Mühlhausen ein knapp ein Hektar großes Waldstück zur Wacholderheide umgewandelt. Bürgermeister Bernd Schaefer hat von den Verantwortlichen bei der Bahn "zumindest die mündliche Aussage, dass es im Frühjahr 2013 bei uns losgehen soll - mehr weiß ich allerdings auch nicht," schränkt der Mühlhausener Schultes im gleichen Atemzug ein.

Da aber nicht nur Schaefer, sondern auch seine Bürgermeister-Kollegen in Bad Ditzenbach, Gruibingen, Wiesensteig, Drackenstein und Hohenstadt einen ganzen Sack voll Fragen haben, findet am morgigen Dienstag im Gruibinger Rathaus ein Treffen statt, bei dem Vertreter der Bahn die Bürgermeister erstmals über konkrete Details informieren wollen.

Die Mühlhausener haben im Verlauf des Planfeststellungsverfarens den drohenden Baustellenverkehr durch ihr Wohngebiet "Kreuzäcker" bekanntlich erfolgreich verhindern können und damit bereits einen wichtigen Erfolg errungen.

Der zu erwartende Baustellenverkehr ist auch die größte Sorge der Wiesensteiger. Die Bahn hat zwar zugesagt, dass der Baustellenverkehr durchgängig über direkte Anschlüsse an die A 8 abgewickelt werden soll und die Ortsdurchfahrten verschont werden sollen. "Ein paar Sätze weiter steht dann aber, dass Straßen dem Allgemeingebrauch dienen", schwant Bürgermeister Gebhard Tritschler nichts Gutes.

Projektleiter Matthias Breidenstein werde bei der Besprechung ein Straßenverkehrskonzept vorlegen, versicherte ein Bahnsprecher gegenüber unserer Zeitung. Tunnel- und Brückenbau sollen an verschiedenen Stellen gleichtzeitig in Angriff genommen werden, wobei zuvor zum Teil umfangreiche Vorarbeiten notwendig sind. Letzteres wird vor allem in Hohenstadt interessieren, wo am Tunnelportal eine große Baustelleneinrichtung geplant ist: "Wir würden schon gern wissen, wie groß diese Containerstadt wird und viele Leute da kommen", gesteht Bürgermeister Günter Riebort.

Info Der 14,5 Kilometer lange Albaufstieg der Schnellbahntrasse geht bei Weilheim in den 8,8 Kilometer langen Boßlertunnel, der über zwei parallel verlaufende 530 Meter langen und bis zu 85 Meter hohe Brücken über das obere Filstal mit dem Steinbühltunnel (4,8 Kilometer) verbunden wird, der östlich von Hohenstadt wieder an die Oberfläche kommt.

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