Göppingen Die Akzeptanz für den City-Bus wächst

Der City-Bus - hier bei einer Schnupperfahrt - kommt an. Foto: Archiv
Der City-Bus - hier bei einer Schnupperfahrt - kommt an. Foto: Archiv
NADJA KIENLE 16.06.2012
Im Mittelpunkt des zweiten Bürgergesprächs in Göppingen-Bergfeld standen sowohl die Linienführung des geplanten City-Busses, als auch die Ergebnisse der aktuellen Verkehrsuntersuchung in dem Stadtteil.

Das Verkehrsaufkommen im Göppinger Stadtteil Bergfeld werde überwiegend durch so genannten Ziel- und Quellverkehr - also durch die eigenen Anwohner - verursacht, lautete das Ergebnis der im Mai durchgeführten Verkehrsuntersuchung. Bei dieser Studie wurde der Verkehr, der durch den Stadtteil rollt, mittels einer speziellen Methode zu morgendlichen und nachmittäglichen Zeiten detailliert erfasst und ausgewertet. "Der hierbei erfasste Durchgangsverkehr war relativ gering und lag unter zehn Prozent", informierte der beauftragte Verkehrsplaner Dr. Rolf Karajan die Bürgerschaft, die am zweiten Bürgergespräch zum Thema "City-Bus" im Gemeindesaal der Waldeckkirche teilnahm.

Angestoßen worden war die Verkehrsuntersuchung seitens der Stadt aufgrund der Angst der Anwohner, dass durch den geplanten City-Bus die Verkehrsbelastung im Wohngebiet Bergfeld weiter ansteige. Diese Sorge sei allerdings unberechtigt, so Karajan, der hierbei betonte, dass durch die Bus-Linie der vorhandene Durchgangsverkehr eher zurückgehe und auch das gefahrene Tempo durch die Busse gedrosselt werde.

Auf einen weiteren Aspekt zum Thema "Verkehrsaufkommen" wies hierbei noch Helmut Renftle als Leiter des Fachbereichs Tiefbau, Umwelt und Verkehr hin: Mit der besseren Erschließung des Stadtteils durch den öffentlichen Personennahverkehr würden vermutlich auch einige der Autofahrer auf die City-Busse umsteigen. Der Fachbereichsleiter untermauerte diese Vermutung mit einer Statistik aus der Region Stuttgart, wo in den vergangenen Jahren eine gewisse Trendwende mit rückläufiger Pkw-Nutzung verzeichnet wurde.

Zur Sprache kamen während des Bürgergesprächs auch verschiedene Maßnahmen, die bereits durchgeführt wurden, um den Durchgangsverkehr in dem Stadtteil zu reduzieren und die Autofahrer davon abzuhalten, die Wohngebietsstraßen als Schleichweg in Richtung Klinik zu nutzen.

Weitere Verbesserungen seien hier noch geplant, heißt es seitens der Stadtverwaltung: Neben Möglichkeiten wie Geschwindigkeitskontrollanzeigen oder Rechts-vor-Links-Regelungen in der Keplerstraße gelte es, die Eichertstraße als Umgehungsstraße zur Klinik attraktiver zu machen. Während für den Kreuzungsbereich der Eichert- und der Heininger Straße noch in diesem Jahr eine Ampelanlage aufgestellt wird, liefen zudem auch erste Gespräche mit der Verkehrsbehörde und der Polizei bezüglich eines Kreisverkehrs im Bereich der Eichertstraße, der Boller Straße und der Jebenhäuser Straße. Zwar sei hier eine Landesstraße betroffen, so dass letztendlich das Land hierfür seinen Segen erteilen muss, aber der Vorschlag sei bei den ersten Gesprächen positiv aufgenommen worden, so die Verwaltung. Bei entsprechender Umsetzung sollen dann auch die Hochhausbewohner, die aus der Tiefgarage ausfahren, mit einer Beschilderung auf die Umgehungsstraße gelenkt werden. Diese Möglichkeit wurde von der Bevölkerung ebenso positiv aufgenommen, wie die angedachte Abschaffung des Durchfahrtverbots durch das Wohngebiet, welches derzeit für knapp die Hälfte der Anwohner gilt. Vorgestellt wurden der Bürgerschaft auch fünf Alternativen zur Linienführung des City-Busses, in welche auch die Anregungen der Wohngebietsanwohner eingeflossen waren. Im Bürgerdialog war dabei auch eine grundsätzliche Akzeptanz für den City-Bus zu erkennen, wobei noch etliche Fragen gestellt und Anregungen vorgebracht wurden, wie die Schaffung versetzter Parkplätze anstatt einer Rechts-vor-Links-Regelung in der Keplerstraße.

Das Ziel sei eine vernünftige Lösung und man befinde sich im Bürgerdialog auf dem richtigen Weg, erklärte Oberbürgermeister Guido Till abschließend. Im Gemeinderat werde von der Verwaltung die Linienführung über den Gauß-, Röntgen- und Planckweg vorgeschlagen, da dies die optimale Erschließung des Wohngebiets darstelle, heißt es zudem seitens der Stadtverwaltung. Nach Einführung des City-Busses ist für kommendes Jahr zudem nochmals eine Verkehrsuntersuchung eingeplant.