Göppingen Dicke Luft im Christophsbad

Im Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Christophsbads in Göppingen gibt es Probleme mit der Lüftungsanlage.
Im Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Christophsbads in Göppingen gibt es Probleme mit der Lüftungsanlage. © Foto: Staufenpress
Göppingen / Dirk Hülser 05.04.2018
Probleme mit der Lüftungsanlage im Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie sorgen für Beschwerden bei Mitarbeitern und Patienten.

Im Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Göppinger Christophsbads klagen Mitarbeiter schon seit längerem über diverse Beschwerden, auch Patienten sind betroffen. Die Ursache liegt  offenbar in der nicht richtig funktionierenden Lüftungsanlage. In einer Betriebsversammlung hat die Geschäftsführung dargelegt, was unternommen wird, um die Situation zu verbessern.

Weil das Thema nicht in seine Zuständigkeit fällt, sondern in die seines Kollegen Oliver Stockinger, der im Urlaub ist, kennt Geschäftsführer Bernhard Wehde nicht jedes Detail der Problematik. Er meint aber: „Ich weiß, dass man sich intensiv drum kümmert. Und ich hoffe, dass es jetzt gelöst ist.“

Der Betriebsratsvorsitzende Roland Keller nennt den Grund für die Probleme: „Es hängt mit der trockenen Luft zusammen.“ Die Beschwerden der Betroffenen seien unterschiedlich, diverse Mitarbeiter seien beim Betriebsarzt vorstellig geworden. „Letztes Jahr, als es warm wurde, sind die Probleme aufgetaucht“, berichtet Keller. „Die Innenräume überhitzen.“ In Büros mit regulären Fenstern gebe es keine Probleme, aber in Räumen ohne Fenster sowie im geschützten Bereich der Psychiatrie, wo die Fenster nur gekippt werden können.

Mit einer Schuldzuweisung hält sich Geschäftsführer Wehde zurück. Er könne sich aber vorstellen, dass bei der Montage nicht korrekt gearbeitet wurde, sagt er. Eine Überprüfung der Lüftungsanlage mit Hilfe von Kameras habe ergeben, dass sich Dreck und Schutt in den Kanälen  befanden. Die Fremdkörper seien nun beseitigt, „und meines Wissens sind alle Filter getauscht worden“. Ärger könne es nun noch wegen des betriebenen Aufwands geben und wegen der Frage, wer diesen zu bezahlen hat.

Betriebsratsvorsitzender Keller kann sich vorstellen, dass bereits bei der Berechnung der Anlage Fehler gemacht wurden und die ganze Lüftung deshalb falsch dimensioniert ist. Wehde verweist allerdings darauf, dass es sich um hochspezialisierte Ingenieurbüros handele und die Pläne mehrfach geprüft wurden: „Ich glaube nicht, dass da falsch gerechnet wurde.“

Ende April sollen die Mitarbeiter in einer weiteren Versammlung über den aktuellen Stand der Dinge informiert werden.

Neubau für 16 Milionen Euro

Neubau: Die ersten Planungen und Anträge für die neue Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJPP) des Christophsbads stammen aus dem Jahr 2007.  Im Sommer 2014 begann der Bau des Gebäudes, eingeweiht wurde es am 24. September 2016. Es beherbergt unter anderem Therapieräume, eine Tagesklinik sowie 18 stationäre Betten für die umfassende Behandlung von Kindern und Jugendlichen.

Kosten: Die Gesamtkosten der 4830 Quadratmeter großen Kinder- und Jugendpsychiatrie liegen bei 16,4 Millionen Euro. Nach Abzug der Zuschüsse in Höhe von 4,9 Millionen Euro musste die Klinik 11,5 Millionen Euro finanzieren.

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