Die Dämmerung liegt über Göppingen. Aus dem Tierpark hört man Geräusche von Kindern und Vögeln. Vor dem Eingang hat sich eine sehr lange Schlange gebildet. Dutzende Kinder mit Laternen, Eltern, Großeltern warten im Schein der Gläser, die mit bunten Herbstblättern beklebt und mit Kerzen bestückt sind. Drinnen angekommen schieben sich die Familien an vielen fantasievoll geschnitzten Kürbisgesichtern vorbei, die zwischen den Tiergehegen aufgestellt sind. Die Wege sind mit Lichterketten und Feuerschalen illuminiert. Die Luft riecht nach Sägespänen, Tieren – und Pommes.

„Bombaglück mit dem Wetter“

Im beleuchteten Käfig rennen  Nasenbären über das Dach und  die Astkonstruktionen ihres Käfigs, während Besucher sie bestaunen. „Mama, Mama, er esst“ ruft ein kleiner Junge fasziniert vor dem Chinchilla-Gehege. „Seht ihr die Kamels?“ „Das sind Lamas!“ Die Tiere haben sich auf einem erhöhten Aussichtspunkt im Gehege versammelt, um das Treiben auf dem Gelände zu verfolgen, das von den laufenden Umbauarbeiten geprägt ist. Fackeln beleuchten den Weg zum überdachten Mittelpunkt des Parks, der mit voll besetzten Tischen und Bänken bestückt ist. Tierpark-Chef Heiko Eger, im grünen Tierpark-T-Shirt, meint: „Mir hen ein Bombaglück mit dem Wetter“. Es ist die dritte „Lange Nacht des Tierparks“. Eger sagt: „Ein Sommerfest braucht es nicht auch noch. So hat der Verein entschieden, den Samstag nach Allerheiligen zu nutzen.“

Popcorn, Pommes und Würstchen

Die Schlange am Popcorn-Stand ist lang, Pommes und Würstchen wird eifrig zu gesprochen. Kinder schauen mit großen Augen aus den Kinderwagen, laufen mit ihren Laternen umher, hören den Vorlesegeschichten zu oder toben zwischen den Erwachsenen herum. Es ist aufregend, in der Dunkelheit im Tierpark die Vogelkäfige mit bunten Sittichen zu erkunden.

Die Flamingos stehen zusammen und geben Laute von sich. „Die Tiere gehen ganz entspannt damit um. Sie können selbst entscheiden, ob sie heraus wollen oder sich zurückziehen“, meint Eger. Der Affe habe vorhin kurz geschrien, aber das macht er auch bei Tag, wenn Kinder ihn ärgern.

Feuershow mit Sicherungsmaßnahmen

Dann steht die Feuershow bevor, mit Sabina Funk und Heiko Eger. „Dafür hatten wir auch schon Leute vom Zirkus hier, jetzt machen wir es selbst“ erzählt er, und entschuldigt sich, er müsse noch vorbereiten.

Feuerdecken und -löscher stehen bereit, als sich die Feuerkünstler auf die Fläche begeben, die Schalen anzünden und mit Wunderkerzen der Beginn angekündigt wird. Mit Spannung werden die geschwungenen Feuerpois begleitet. Schnell zeigt sich, wie vorsichtig mit diesem Element umzugehen ist: Eine kleine Unsicherheit zieht eine Berührung des Körpers mit dem brennenden Gegenstand nach sich. Ein Feuer-Hula-Hoop ruft Bewunderung hervor und auch beim Feuerschlucken gibt’s Applaus. Die Feuerkugel des Feuerspuckers wärmt und beleuchtet die kühler werdende Novembernacht.

700 Besucher an einem Abend

Ein Mädchen möchte „die Karnikelchen sehen“, auch die Meerschweinchen sind, neben den Kunststücken der Mäuse – „wie sind die denn da hoch gekommen“ – vor allem für die Kinder eine spannende Sache. Vor dem Gehege der Stachelschweine haben sich viele Menschen zusammengefunden, weil die Tiere mit kleinen Tollpatschigkeiten bei allen Zuschauenden große Heiterkeit auslösen.

Langsam werden die jungen Besucher müde und die Schlange am Eingang ist verschwunden. „Über 700 Besucher waren nur für den Abend hier“, weiß man im Kassenhäuschen. Ein schöner Erfolg für den Tierpark- Verein, genau wie für die müden, von Tier- und Feuererlebnissen gesättigten Kinder, die sich mit zufriedenen Eltern auf den Heimweg machen.

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