Kreis Göppingen Der Landkreis hat jetzt den Sozialbericht für 2013 vorgestellt

Das Göppinger Jobcenter geht aufgrund des relativ stabilen Arbeitsmarktes für dieses Jahr von einer gleichbleibenden Arbeitslosenquote und einer unveränderten Zahl an Arbeitslosen aus.
Das Göppinger Jobcenter geht aufgrund des relativ stabilen Arbeitsmarktes für dieses Jahr von einer gleichbleibenden Arbeitslosenquote und einer unveränderten Zahl an Arbeitslosen aus. © Foto: Giacinto Carluci
MICHAEL SCHORN 17.07.2014
Der Landkreis ist im sozialen Bereich gut aufgestellt. Dies zeige der Sozialbericht 2013, meinte Kreissozialamtsleiter Rudolf Dangelmayr im Kreissozialausschuss. Allerdings zeigt der Bericht Licht und Schatten auf.

Der Verlust an Einwohnern in den vergangenen Jahren und die älter werdende Bevölkerung wirken sich auch auf die Ausgaben im sozialen Bereich aus. Dies zeigt der Sozialbericht des Landkreises auf, der jetzt dem Sozialausschuss des Kreistags vorgestellt wurde. Der Bericht, den Sozialamtsleiter Rudolf Dangelmayr den Ausschussmitgliedern erläuterte, zeigt, dass es bei den verschiedenen Themenbereichen im Sozialen, für die der Landkreis zuständig ist, Licht und Schatten gibt. Erfreulich sei beispielsweise, dass die Arbeitslosenquote bei den unter 25-Jährigen gegenüber dem Vorjahr um 18,3 Prozent gesunken ist. Weiter geht das Göppinger Jobcenter aufgrund des relativ stabilen Arbeitsmarktes auch für dieses Jahr von einer gleichbleibenden Arbeitslosenquote und einer unveränderten Zahl an Arbeitslosen aus.

Dagegen sind durch Mieterhöhungen und gestiegene Energiekosten die Kosten des Landkreises für den kommunalen Anteil an Hartz IV gestiegen. Auch die Aufstockerquote von knapp 30 Prozent - Menschen, die trotz Arbeit Sozialleistungen benötigen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können -, sei weiterhin alarmierend, meinte Dangelmayr. Allerdings glaubt die Verwaltung aufgrund der Untersuchungen mehrerer Wirtschaftsinstitute nicht, dass der nun beschlossene Mindestlohn sich wesentlich auf die Reduzierung der Aufstockerquote auswirken wird.

Bei der Grundsicherung im Alter wies der Kreissozialamtsleiter darauf hin, dass vor allem Frauen von Altersarmut betroffen seien und diese Leistung benötigten. Wegen der demografischen Entwicklung wird zudem erwartet, dass dieses Jahr acht Prozent mehr Menschen Grundsicherung beanspruchen als noch 2013. Diese Kosten übernimmt ab diesem Jahr der Bund.

Bei der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung steigen dagegen die Kosten für den Kreis stetig, auch wenn es 2013 durch ein Urteil die Bafög-Behörden eine einmalige Erstattung von etwa vier Millionen Euro an den Kreis zahlten. Hier bemängelte Dangelmayr, dass das Sozialamt zu wenig Personal habe, um behinderte Menschen besser eingliedern zu können, um so auf lange Sicht hin auch Kosten einsparen zu können. Insgesamt gesehen zeige der Bericht, so Sozialamtsleiter Dangelmayr, dass der Landkreis im sozialen Bereich gut aufgestellt sei und seinen sozialen Aufgaben nachkommen könne.

Matthias Wittlinger, der für die CDU im Kreissozialausschuss sitzt und gleichzeitig Uhinger Bürgermeister ist, meinte, der Sozialbericht zeige, dass viele angesprochenen Dinge fremdgesteuert seien und der Kreis auf sie keinen direkten Einfluss habe. Auch Ausschussmitglied Susanne Widmaier (SPD) betonte: "Der Bericht macht deutlich, beispielsweise bei den Arbeitslosenzahlen, wie stark wir von der Konjunktur abhängig sind. Das ist eine fragile Geschichte, die auch schnell kippen kann. Wichtig ist, dass wir Vorsorge betreiben."

Bernd Lutz, der für die Freien Wähler im Kreissozialausschuss sitzt, merkte an, dass durch diesen Bericht deutlich werde, wie sich die Bevölkerungsstruktur verändere und sprach von "alarmierenden Kennzahlen".