Der Himmel schien ein Einsehen zu haben, als es am Samstag auf 16 Uhr zuging: Es hörte endlich auf zu regnen und die vielen Narren, die sich auf dem Göppinger Schlossplatz versammelt hatten, atmeten auf. Jetzt stand dem Start des bunten Umzugs nichts mehr im Weg.

Daniel Paasch freute sich, dass sich wieder 52 Gruppen aus Baden-Württemberg und Bayern für den 11. Göppinger Nachtnarrensprung angemeldet hatten. Der Ehrenzunftmeister und Präsident des Narrenverbands Neckar-Fils moderierte am Mikrofon, begrüßte die eintreffenden Zünfte und motivierte die Guggamusiker, ein kleines Platzkonzert zu geben. Besonders lobte Paasch auch die gute Zusammenarbeit mit den Gastronomen am Wegesrand, die die Veranstaltung mit ihrer Bewirtung jedes Jahr unterstützen.

Für Kopfschütteln sorgte bei Ehrenzunftmeister Paasch das Glasverbot, das die Stadt Göppingen für die Veranstaltungsfläche verhängt hatte. „Seit unserem ersten Narrensprung gab es noch nie nennenswerte Schwierigkeiten“, erklärte er sein Unverständnis. Das konnte der Hexenmeister der Waiblinger Faschings-Gesellschaft nur bestätigen: „Der Umzug hier ist ein Highlight und das Flair drum herum passt einfach“, lobte Jörg Steudle die Ver­anstaltung.

Dann ging es auch schon los und der Umzug setzte sich stadteinwärts in Bewegung. Mit der Nummer 14 reihte sich die Narrenzunft Furchenrutscher aus Rechberghausen ein. Voraus zog Michael Schilling, der am Mikrofon vor der Musikkneipe Treff seine Truppe vorstellte: Nach der jüngsten Tanzgardegruppe, den Lollipops, folgten die Torhopfer, dann die Dorfhexen und dann noch die Furchenrutscher. Wie alle Zunftmeister, donnerte er zum Ende der Vorstellung noch seinen Schlachtruf ins Publikum: Hausa mach’ nora!

Für Michael Heer ist der Göppinger Nachtnarrensprung immer ein wunderschönes Fasnetsopening. „Vor allem die neuen Hästräger können in heimischen Gefilden sich erstmal in ihrer neuen Rolle zurechtfinden“, beschrieb der Obmann der Torhopfer aus Rechberghausen. Durch die Schulstraße und über den Spitalplatz zogen die Narren die Marktstraße hoch. Mal sprang eine haarige Gestalt mit leuchtend grünen Augen ins Publikum und umarmte eine überraschte Zuschauerin, mal hüpften schwarz-weiß gefiederte Schlossgeister die Straße entlang. Da humpelte eine Zuschauerin plötzlich recht flink dem Zug hinterher. „Eine Hexe hat ihr einen Schuh weggenommen“, stellte ein Mädchen am Wegesrand fest.

Nach und nach erreichten alle Gruppen den Marktplatz und damit das Ende des Narrensprungs. „Der Umzug ist für uns jedes Jahr neu, da die Route jedes Jahr anders ist“, stellte Carina Fauser schmunzelnd fest. Die Salacher Hexe, die mit Hexennamen Gundula heißt, ist aber froh, dass es mit diesem Umzug auch einen Fasching in Göppingen gibt, an dem sie und ihre Mithexen mit einem Viehzeichenstift ein grünes Herz auf die Wangen der Zuschauer zeichnen können und ein dreifaches Salacher „Hex, Hex, Hex“ rufen können.

Die Gugge Gaissa aus Kieselbronn sind mit der Melodie zu „Ich brauche keine Millionen, mir fehlt kein Pfennig zum Glück“ auf dem Marktplatz eingelaufen. Unter diesem Motto ging die Party dann im Festzelt bis in den Abend weiter.