Unesco Der Hohenstaufen als Weltkulturerbe

Kultusministerin Susanne Eisenmann informierte sich auf dem Hohenstaufen über außerschulische Bildungskonzpte und gab Hilfestellung an der Slackline.
Kultusministerin Susanne Eisenmann informierte sich auf dem Hohenstaufen über außerschulische Bildungskonzpte und gab Hilfestellung an der Slackline. © Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / Dirk Hülser 17.04.2018
Kultusministerin Susanne Eisenmann unterstützt die Idee des Betreibers der Gaststätte auf dem Hohenstaufen.

Wenn die Kultursministerin auf Göppingens Hausberg kommt, muss der Grund irgendwie mit Schule zu tun haben. Und so war es auch, als Susanne Eisenmann jetzt eigens aus Stuttgart anreiste, um mit Andreas Schweickert, dem Chef der Agentur Saltico, die die Berggaststätte „Himmel und Erde“ betreibt, zu sprechen. Grund war Schweickerts Bildungskonzept, das Bergquiz für Grundschüler, sowie seine Zukunftspläne. Doch plötzlich stand ein ganz anderes Thema im Mittelpunkt: Soll der Hohenstaufen Unesco-Weltkulturerbe werden?

Schweickert und Eisenmann kennen sich schon länger, sind per du. Doch Schweickerts Frage nach der Welterbeliste überraschte die CDU-Ministerien und frühere Stuttgarter Schulbürgermeisterin dann doch. Sie hatte aber gleich die richtigen Tipps für den Saltico-Geschäftsführer parat. „Das sollte die Stadt ruhig mal probieren“, meinte Eisenmann. Sie warnte aber: „Da braucht man Geduld, das ist ein dickes Brett.“ Sie verwies Schweickert auch gleich an die Kollegen in Stuttgart, die sich auskennen und zuständig sind: „Da würde ich dringend mal mit dem Wirtschaftsministerium sprechen.“

Abwegig findet die Ministerin den Gedanken mit dem Weltkulturerbe jedenfalls nicht. „Wer’s nicht versucht, der wird’s auch nicht“, gab sie Schweickert mit auf den Weg. Der meinte daraufhin: „Der Berg ist geduldig.“

Die Ministerin schaute sich aber auch um auf dem Gipfel und sprach mit Drittklässlern der Walther-Hensel-Schule, die das Bergquiz lösten und sich auch sportlich betätigten – so gab Eisenmann denn auch mal Hilfestellung an der Slackline. „Das hier ist durchaus vorbildhaft“, meinte sie schließlich. „Ich kannte das Konzept bisher nicht, es ist beeindruckend.“ Mehr als 1200 Schüler haben seit 2015 nach Schweickerts Angaben an dem Projekt teilgenommen.

Projekt kostet viel Geld

Der umtriebige Macher hat schon wieder neue Pläne: Ein Angebot für ältere Schüler im Teenager-Alter, multimedial, mit Tablets und Schnitzeljagd. Ein Projekt, das aber viel Geld kostet. Selbst habe sie dafür keinen Etat, bedauerte die Ministerin, sie könne aber vermitteln und „den Türöffner machen“. Denn: „Da gibt es gute Möglichkeiten heute, Firmen und Stiftungen sind für so etwas immer offen.“ Susanne Eisenmann versprach am Schluss, Wort zu halten: „Es hat mir sehr gut gefallen, wir melden uns mit Vorschlägen.“

Mehr als 1000 Stätten auf der Welterbeliste

Welterbe Die Unesco ist die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur, sie  wurde 1945 gegründet. Derzeit sind 195 Staaten Mitglied, der Sitz der Unesco ist in Paris. Durch das Welterbekommitee der Organisation wird das Welterbe der Menschheit verwaltet. Dazu gehören das Weltkultur- und das Weltnaturerbe. 

Liste Die von der Unesco seit dem Jahr 1972 geführte Liste des Welterbes umfasst aktuell 1073 Stätten in 167 Ländern. Neu hinzugekommen sind im vergangenen Jahr Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb, auch der teilweise im Remstal verlaufende Limes gehört zum Weltkulturerbe. dh

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