Kreis Göppingen Der Baumwipfelpfad erhitzt die Gemüter

Kreis Göppingen / SWP 12.04.2012
Ein Baumwipfelpfad soll den Tourismus im Landkreis ankurbeln. Der Investor, die Erlebnis-Akademie AG, geht von bis zu 250 000 Besuchern im Jahr aus.

Derzeit entsteht auf Rügen ein Baumwipfelpfad. Nicht der erste, den die im bayrischen Bad Kötzting ansässige Erlebnis-Akademie errichten will. Das Unternehmen hat 2009 den Baumwipfelpfad im Nationalpark Bayerischer Wald errichtet, baut derzeit den auf Rügen und ist über Joint-Venture am Baumwipfelpfad im tschechischen Nationalpark Sumava beteiligt. Für das Projekt bei Wiesensteig hat sich der Investor den Bereich Bronnen ausgeguckt, ganz in der Nähe des Reußensteins. Dort soll der Pfad zusammen mit einem umweltpädagogischen Waldinformations- und Erlebniszentrum errichtet werden. Für den Pfad an dieser Stelle sprechen nach Ansicht von Vorstandssprecher Bayerköhler von der Erlebnis-Akademie die ideale topografische Voraussetzung, die naturverträgliche Realisierung durch den aufgelockerten Waldbestand, das interessante Landschaftsbild, die Möglichkeit zur Öffnung eines 360-Grad-Rundumblicks, das Einzugsgebiet zwischen Stuttgart und Ulm, die Nähe zur Autobahn und die Einbindung in eine bereits existierende Ausflugszielsituation am Bronnen. Geht es nach der Erlebnis-Akademie soll das Projekt 2013 gebaut und ein Jahr später eröffnet werden.

Während die einen das Projekt als Chance sehen, den Tourismus im Kreis in Gang zu bringen, befürchten andere genau das Gegenteil. Eine unberührte Landschaft würde zu einem Rummelplatz, auf dem die Touristen ihren Abfall hinterlassen. Weil beim Baumwipfelpfad auch ein Gastronomiebetrieb geplant sei, hätte die örtliche Gastronomie nichts von dem Projekt. Zudem sei die Verkehrsanbindung höchst problematisch, könnten die Touristen doch nur durch die engen Gassen von Wiesensteig zu ihrem Ziel kommen. Die Kritiker wollen nun versuchen, das Vorhaben durch einen Bürgerentscheid in Wiesensteig zu Fall zu bringen.