Wenn Herr Vader, der Seggl, in den Keller geschickt wird um Sprudel zu holen, wenn aus einer Sitzung des Deutschen Bundestages eine Versammlung des Schwabenvereins SV 49 wird, und wenn Barack Obama plötzlich fließend schwäbisch spricht, dann steckt garantiert ein gewisser Dodokay dahinter. Vor über zehn Jahren begann der Reutlinger Dominik Kuhn unter diesem Pseudonym unter anderem auf YouTube Filmausschnitte hochzuladen, die er in schwäbischer Sprache synchronisiert hatte. Mittlerweile tourt er mit seinem dritten Bühnenprogramm – „Ganz mein Ding“ – durchs Ländle und zeigt – wie am Samstag in der Bad Überkinger Autalhalle – Ausschnitte aus seinen „Synchros“, läuft aber auch locker-flockig auf der Bühne hin und her und erzählt scheinbar ganz spontan, wie sein Hirn funktioniert, was ihm so im Alltag widerfährt und legt anschaulich dar, warum die Schwaben so sind wie sie nun mal sind. Das alles selbstverständlich in Schwäbisch.

Weil er sein drittes Programm noch nicht oft gespielt hat und weil man Jokes erst mal ausprobieren muss, nutzte Dodokay die 460 Besucher in Überkingen für einen „medizinischen Groß­versuch“. Nonchalant, wie er sich den ganzen Abend über gibt, macht er klar: „Es kann nämlich sein, dass du auf einer Party ­einen Gag machst und deine Zuhörer verrecken beinahe. Dann machst du denselben Gag in einer Halle, und der Gag verreckt ...“ Solche Aussagen gefielen dem Publikum in der Autalhalle, das bei Weitem nicht nur die YouTube-Generation, sondern auch deren Groß­eltern umfasste. Dodokays ­Beobachtungen und seine Schlüsse daraus amüsierten sprichwörtlich Alt und Jung.

Es macht den Reutlinger sehr sympathisch, dass er sich nicht etwa lustig macht über schwäbische Eigenarten. „Ganz sein Ding“ ist es, sich den Schwaben genau anzugucka, um herauszubekommen, wie der Schwabe funktioniert. So hat er zum Beispiel festgestellt, dass man mit der Physiognomie des Schwaben schlecht „Ich liebe dich“ sagen kann. Leichter geht diesem „du Seggel“ über die Lippen. Dodokay bewertet solche Aussagen nicht – er stellt lediglich fest, und sein Publikum kann auf diese Weise herzlich über sich selbst lachen.

Eine große Rolle spielt laut Dodokays Beobachtungen der gelbe Sack im Leben des Schwaben; außerdem der Sicomatic, wobei dieser mittlerweile vom Thermomix abgelöst wurde. Worte, die deswegen in vielen seiner „Synchros“ auftauchen und in den aberwitzigsten Zusammenhängen ausgesprochen werden; von Darth Vader über James Bond bis hin zu Angela Merkel. Natürlich in Schwäbisch.