Integration Den Frauen eine Heimat geben

Beim Interkuturellen Frauentreff in Göppingen.  Foto: Margit Haas
Beim Interkuturellen Frauentreff in Göppingen. Foto: Margit Haas © Foto: Margit Haas
Göppingen / MARGIT HAAS 11.11.2016

Liebevoll gedeckte Tische, Selbstgebackenes – im Göppinger Bürgerhaus schaffen sich Frauen aus unterschiedlichen Kulturen, jeden Alters und in allen denkbaren Lebenssituationen einen guten Ort. Organisiert wird der Treff vom Interkulturellen Frauenrat und Dragica Horvat, der Integrationsbeauftragten der Stadt. Die Idee stammt von der Stadträtin Eva Epple und Dragica Horvat. „Integration funktioniert am besten über die Frauen“, ist Eva Epple überzeugt. Aber: „Sie brauchen Unterstützung“. Sie erlebt, „die Frauen freier, wenn sie unter sich sind“. Die Frauen unterstützen sich gegenseitig.

Und so radelt Epple schnell in die Pappelallee und hilft Teo Lomadze, das Catschapuri, ein traditionelles georgisches Gebäck, abzuholen. Währenddessen unterhält sich Brigitte Arens-Klett mit Ingrid Storch. Sie ist heute zum ersten Mal gekommen, möchte sich in der Flüchtlings­arbeit engagieren, „möchte sehen, ob ich mich hier einbringen kann“. Arens-Klett freut sich, dass so unterschiedliche Frauen kommen. Auch Nora Gashi vom albanischen Kulturverein Mutter Theresa bekräftigt: „Hier sind alle gleich, egal welche Herkunft und welchen Status wir haben. Das macht uns mutiger und selbstbewusster“. Die in Albanien geborene dreifache Mutter hat an diesem Tag die Kaffeetafel organisiert und weiß um die besonderen Kontakte, die beim interkulturellen Treff für Frauen entstehen. „Viele von uns teilen dieselben Erfahrungen“.

Das erlebt auch Angeline Fischer. Die Kanadierin ist Sprecherin des Integrationsausschusses. „Wir begegnen uns auf Augenhöhe und haben gleiche Erfahrungen mit dem Ankommen in Deutschland“. Sie hatte an diesem Tag eine schwangere Frau zum Arzt begleitet. „Wir Migrantinnen, die länger hier leben, wissen, wie schwer es ist, in der Gesellschaft anzukommen. Wir wollen den Frauen hier das Gefühl von Heimat geben“, betont auch Dragica Horvat.

Zwei junge syrische Frauen sind zum ersten Mal im Treff, haben Mühe sich zu verständigen, scheinen sich aber dennoch sehr wohl zu fühlen. Dana Zolghana und Shaza Jarkas wollen deshalb auf jeden Fall wiederkommen. „Wer einmal hier war, kommt immer wieder“, freut sich Eva Epple. Dann lassen sich alle den türkischen Tee oder einen deutschen Kaffee schmecken und haben sich viel zu erzählen. Am Basteltisch malen ein paar Kinder. Die Mamas haben Muße, die Atmosphäre zu genießen. Margit Haas

Info Der nächste Interkulturelle Treff für Frauen findet am 7. Dezember ab 15.30 Uhr im Bürgerhaus statt. Weitere Infos: Dragica Horvat, Tel. (07161) 650-182 oder dhorvat@goeppingen.de

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