Göppingen Den Fluch enträtselt

Dr. Christian Hradecky aus Göppingen gelang es, das Geheimnis des legendären Fluchs der Pharaonen zu lüften. Foto: Archiv
Dr. Christian Hradecky aus Göppingen gelang es, das Geheimnis des legendären Fluchs der Pharaonen zu lüften. Foto: Archiv
Göppingen / ELKE BERGER 07.06.2014
Der geheimnisvolle Fluch der Pharaonen scheint geklärt zu sein: Dem Göppinger Wissenschaftler Dr. Christian Hradecky gelang Anfang Juni 1989 der Nachweis von gefährlichen Pilzsporen an Mumien.

20 unterschiedliche Pilzarten, von denen zwei oder drei beim Einatmen absolut tödlich seien, hat Dr. Christian Hradecky mit seinem Supermikroskop aktuell an verschiedenen ägyptischen Mumien nachweisen können, schrieb die NWZ am 1. Juni 1989.

"Der Tod soll den mit seinen Schwingen erschlagen, der die Ruhe des Pharaos stört", soll auf einer Tontafel, die sich unter den Grabbeigaben Tut-Anch-Amuns befunden haben soll, gestanden haben. Da die Tafel und sämtliche Nachweise über ihre Existenz verschwunden sind, gehört diese Tafel eher in das Reich der Märchen als in das der alten Ägypter. Trotzdem sind über 20 Menschen, die in Tut-Anch-Amuns Grab oder mit seinen Grabbeigaben zu tun hatten, in den Jahren danach gestorben. Fast alle hätten über gleichartige Krankheitssymptome geklagt: hohes Fieber und Schwindelanfälle. Zuerst der Mythos des Fluchs, 1963 dann eine erste Vermutung über Pilzbefall: Ein ägyptischer Biologe hatte erste Untersuchungen angestellt, nachdem Archäologen und Museumsangestellte über diese Symptome geklagt hatten. Dr. Hradecky hatte für seine Untersuchungen nicht nur 2500 Jahre alte Pilzsporen zum Leben erweckt, sondern konnte auch Chromosomen aus dem Material isolieren. Für seine Untersuchungen hatte ihm die Tübinger Universität aus ihrer Mumiensammlung mehrere zentimetergroße Körperteile nach Göppingen geschickt. "Es sind Pilze dabei, die heute noch extrem schwer bekämpfbar sind", erklärte Hradecky. Eingeschleppt in die Grabkammern wurden sie aber wohl nur zufällig. Es spreche nichts für ein ausgeklügeltes Schutzsystem gegen Grabräuber.

Was sonst noch geschah . . .

1. Juni 1989: Im Umkreis der Göppinger Müllverbrennungsanlage werden im Boden Spuren von Seveso-Gift gefunden. Für die 6,8 Nanogramm Belastung empfiehlt das Bundesgesundheitsamt, die Böden nur noch eingeschränkt landwirtschaftlich zu nutzen.

1. Juni 1989: Ohne auch nur einen Baum zu fällen, verlegt die Landeswasserversorgung eine 225 Meter lange Leitung durch den Schurwald. Dies ist möglich, weil dazu ein Stollen durch den Berg gepresst wurde. Kosten: 6 Millionen Mark.

2. Juni 1989: Der Wirtschaftskontrolldienst Göppingen veröffentlicht seinen Bericht für 1988: 13 Betriebsschließungen, Insektenbefall in Schokolade und Mehl, verschimmelte Lebensmittel und eine Katze, die in einer Suppenschüssel geschlafen hatte.

SWP

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