Betreuung Demenzpaten: Musikalische Abwechslung im Alltag

Magdalena Lutz-Rolf (rechts) ist als Seniorenpatin in Altenheimen unterwegs und setzt auf gemeinsames Singen  und musizieren. Elfriede Bopp hat viel Freude daran.
Magdalena Lutz-Rolf (rechts) ist als Seniorenpatin in Altenheimen unterwegs und setzt auf gemeinsames Singen und musizieren. Elfriede Bopp hat viel Freude daran. © Foto: Margit Haas
Göppingen / Von Margit Haas 02.10.2018

Die Sonne scheint in die gemütliche Essecke von Elfriede Bopp und will mit ihr und Magdalene Lutz-Rolf um die Wette strahlen. Die beiden Frauen sitzen über einem Liedblatt und singen mit viel Freude gemeinsam Lieder. Magdalene Lutz-Rolf besucht als Senioren- und Demenzpatin die 84-Jährige regelmäßig einmal pro Woche und dann wird gesungen. Sie hat eine kleine feuerrote Ukulele mitgebracht und die Liedtexte vergrößert. Der ausgebildeten Musikgeragogin ist es wichtig, „den älteren Menschen das Singen zu ermöglichen, auch wenn sie eingeschränkt sind“. Magdalene Lutz-Rolf erklärt: „Musikgeragogik ist eine Fachdisziplin im Schnittfeld von Musikpädagogik und Geragogik, die sich mit musikalischer Bildung im Alter beschäftigt“.

Zeitlebens hat Lutz-Rolf mit ­alten Menschen gearbeitet, weiß als frühere Leiterin des Dialogcenters und der Sozialstation ­sowie des Wohnens für Senioren der Wilhelmshilfe Göppingen ­genau um die Bedürfnisse älterer Menschen. „Singen weckt Erinnerungen und Emotionen“, so die Ruheständlerin, die das Paten­projekt mit aufgebaut und eine Zeitlang geleitet hat. „Jetzt ­möchte ich nur noch Dinge tun, die mit Musik zu tun haben“, bekräftigt sie. Bereits mit sieben Jahren lernte sie Klavier und macht nicht nur musikalische Hausbesuche, sondern ist auch Singpatin im Kinderhaus „Villa Regenbogen“ und leitet eine Singgruppe in einem Pflegeheim. „Musik macht vergnügter“, ist ihre Erfahrung.

Elfriede Bopp bestätigt dies lachend. „Die Lieder gehen ans Herz“, sagt die frühere Geschäftsfrau. In den fünfziger Jahren führte die gebürtige Oberösterreicherin die Liebe nach Göppingen und bis Anfang des Jahrtausends leitete sie gemeinsam mit ihrem Mann Günther ein Geschäft für Heimtextilien in der Göppinger Innenstadt. Ihren Haushalt führt sie bis heute alleine „und ich koche jeden Tag für mich“. Sie geht gerne spazieren oder bummelt durch die Stadt. Aber manchmal ist die Zeit doch lange und so erwartet sie die wöchentlichen Besuche von Magdalene Lutz-Rolf sehnsüchtig. Die gemeinsame Zeit ist ihr wertvoll und gesungen hat sie schon immer gerne – „wenn ich es auch gar nicht kann“.

Magdalene Lutz-Rolf stimmt jetzt „Horch was kommt von draußen rein“ an – und Elfriede Bopp singt eine Oktave tiefer mit. Manchmal tanzen die beiden sogar miteinander und dass ihnen die gemeinsame Zeit guttut, ist zu spüren.

Neue Paten werden regelmäßig ausgebildet

21 Seniorenpatinnen und Seniorenpaten ehrenamtlich engagiert und besuchen Seniorinnen und Senioren im gesamten Stadtgebiet. Im Rahmen des „Bündnis für Familie“ und des Seniorennetzwerkes werden regelmäßig neue Patinnen und Paten ausgebildet.

Am 8. Oktober treffen sich Interessentinnen und Interessenten um 16 Uhr im Bürgerhaus in der Kirchstraße.

Info Weitere Infos bei Cornelia Aupperle unter Tel. (07161) 650-5263 oder patenschaften@goeppingen.de

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