Göppingen Demenzpaten als Begleiter durch den Alltag

Göppingen / MARGIT HAAS 11.03.2014
Demenzpaten sind Begleiter durch den Alltag, die helfen, Selbstständigkeit zu erhalten. In Göppingen sind Paten umfassend ausgebildet worden.

Man wird älter, unsicherer, traut sich alleine nicht mehr aus dem Haus, würde aber dennoch gerne noch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Vielleicht ein Konzert besuchen oder eine Sportveranstaltung, wie man es sein Leben lang getan hat. Oder würde sich über einen Schachpartner freuen oder jemanden, der das Lieblingsbuch vorliest. Vielleicht fehlt auch einfach nur ein Mensch, der einen beim Spaziergang begleitet. Am Anfang einer demenziellen Erkrankung sind die Betroffenen oftmals nur auf kleine Hilfestellungen angewiesen, die es ihnen allerdings entscheidend ermöglichen können, nicht nur ein erfüllteres, sondern auch ein weitgehend selbstbestimmtes Leben weiterhin zu führen.

Die Angehörigen können aber aus den verschiedensten Gründen nicht immer da sein, nicht allen Wünschen gerecht werden. Und: "Es gibt viele Angebote für Demenzpatienten, aber nicht für das frühe Stadium", sagt Magdalene Lutz-Rolf, die das Projekt gemeinsam mit Melanie Kutschke-Frye koordiniert. Hier setzt das Projekt der Demenzpaten an, die modellhaft im vergangenen Herbst geschult worden waren. Stadt, Landkreis und das Netzwerk Demenz hatten sich zusammengeschlossen und die Ausbildung gemeinsam konzipiert.

Demenzpaten warten auf ihre Einsätze

Themen waren die gesundheitlichen Veränderungen im Alter, das Krankheitsbild Demenz, die Kommunikation mit demenziell Erkrankten oder auch ihre Aktivierung. "Es war uns wichtig, dass die Paten professionell gut eingebunden sind", betont Christina Horn von der städtischen Beratungsstelle für Senioren.

Deshalb werden sie auch weiterhin zu Patentreffen ins Bürgerhaus eingeladen. Erfreulicherweise sei es eine große Zahl von Menschen gewesen, die ihr Interesse bekundet haben. Vor wenigen Wochen erst hatten sie ihre Zertifikate überreicht bekommen. Jetzt warten die Demenzpaten auf ihre Einsätze. Erste Kontakte sind bereits entstanden. Sie werden von Melanie Kutschke-Frye und Magdalene Lutz-Rolf koordiniert.

"Wir besuchen die Familien und begleiten die Paten zum ersten Besuch. Wichtig ist dabei zunächst, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen." Aus ihrer langjährigen Berufserfahrung als Pflegedienstleiterin weiß Magdalene Lutz-Rolf: "Manche sind froh, dass einfach jemand kommt."


Weitere Informationen sind erhältlich bei Melanie Kutschke-Frye und Magdalene Lutz-Rolf unter Telefon: (07161) 650-410, unter der Mail-Adresse demenzpaten@goeppingen.de oder unter der Postadresse Bürgerhaus, Demenzpatenprojekt, Kirchstraße 11, 73033 Göppingen.