Down-Syndrom Degginger reist zum Down-Sportfest nach Frankfurt

Down-Sportlerfestival in Frankfurt am Main: Daniel wird bei seinem Besuch im Vorjahr von Joachim Hermann Luger, Schauspieler und einer der „Promi-Paten“ des Festivals, umarmt.  
Down-Sportlerfestival in Frankfurt am Main: Daniel wird bei seinem Besuch im Vorjahr von Joachim Hermann Luger, Schauspieler und einer der „Promi-Paten“ des Festivals, umarmt.   © Foto: Orsolya Getto
Deggingen / Lea Rosenauer 19.05.2017
Trotz Herzfehler und Down-Syndrom ist der 15-jährige Daniel Getto aus Deggingen zum neunten Mal beim Down-Sportlerfestival in Frankfurt dabei.

Für Daniel Getto und seine Familie hat das alljährliche Down-Sportlerfestival  in Frankfurt eine ganz besondere Bedeutung. „Die Veranstaltung ist schon eine Art Tradition bei uns“, erzählt Orsolya Getto, die Mutter des 15-Jährigen. Das Festival findet heute zum 15. Mal statt und will das Selbstvertrauen und die Gesundheit von Down-Syndrom-Betroffenen stärken. Im Angebot sind sportliche Wettkämpfe, verschiedene Workshops sowie ein buntes Rahmenprogramm für die Teilnehmer und deren Familien.

Daniel misst sich heute beim Laufen, Werfen und Springen mit anderen Jugendlichen und besucht dazu einen Basketball- und Volleyballworkshop. Doch nicht nur der Sport, sondern auch die Begegnungen machen  für den Achtklässler und seine Mutter einen wichtigen Teil der Reise aus. „Wir treffen uns jedes Jahr mit den gleichen Leuten“, meint Orsolya Getto, „und freuen uns riesig, ihnen erzählen zu können, was in der Zwischenzeit so alles passiert ist.“

Außerdem hat das Festival eine Reihe prominenter „Paten“, darunter Modelagent Peyman Amin und Ex-VFB-Torhüter Timo Hildebrand. Ganz besonders angetan ist Daniel von Peyman Amin. Er organisiert auf der Veranstaltung eine Modenschau, bei der der 15-Jährige schon zweimal mitlaufen durfte. Abgesehen von der Möglichkeit, mit Bekanntheiten in Kontakt zu kommen, sieht Daniels Mutter darin aber auch noch einen anderen Vorteil: „Die Promis helfen  uns dabei, weiter im öffentlichen Gespräch zu bleiben und zu zeigen, dass Menschen mit Down-Syndrom ein fast normales Leben führen können.“

Orsolya Getto ist es wichtig, Betroffenen und ihren Angehörigen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind. Dafür ist ihrer Meinung nach ein solches Event bestens geeignet. „Es hilft sehr zu sehen, dass es andere auch schaffen und trotz allem lachen können“, findet die Mutter. Der Tag gebe ihr immer die Chance, „aufzuatmen und aufzutanken“.

Denn die gebürtige Ungarin macht keinen Hehl daraus, dass der Weg mit einem Down-Syndrom-Kind  oft nicht einfach ist: „Es gibt gute und schlechte Phasen“, erzählt sie.

Nichtsdestotrotz versucht Orsolya Getto, ihrem Sohn so weit es geht ein normales Leben zu ermöglichen. Er besucht eine Inklusionsklasse in der Geislinger Tegelbergschule und geht in den Ferien mit seiner Familie auf lange Wandertouren.

 Dass Daniel sich jedes Jahr auf die Veranstaltung in Frankfurt freut, gibt seiner Mutter zusätzlichen Auftrieb: „Inzwischen bestreitet er den Tag fast alleine, und wir können gemütlich auf der Tribüne sitzen und zuschauen“, freut sich Orsolya Getto. Auch wenn das Wochenende  jedes Mal mit An- und Abreise ziemlich anstrengend ist, lohnt sich der Aufwand, ist die Mutter des Teenagers überzeugt: „Man spürt dort etwas sehr Positives und kommt am Ende mit einer schönen Müdigkeit zurück nach Hause.“

Das 15. Deutsche Down-Sportlerfestival

Zeitraum
Das Festival geht heute von 9 Uhr bis 17 Uhr.

Schirmherrschaft
übernimmt dieses Jahr Bundesministerin Andrea Nahles.

Wettbewerbe
gibt es in den Bereichen Lauf, Weitwurf, Weitsprung und Tischtennis.

Workshops
Egal ob Tanzen, Singen, Judo oder Modeschau – die Teilnehmer können Vieles ausprobieren.

Rahmenprogramm
Ein Schminkzelt, Therapiehunde und -pferde sowie ein Info-Forum gibt es ebenfalls.