Göppingen / Helge Thiele Im Streit um das geplante Einkaufszentrum bekommt OB Till nun Rückendeckung von Stadtrat Christian Stähle.

Die Diskussion über die von der Stadt gewünschte Verringerung der Verkaufsflächen im geplanten Einkaufszentrum in der Bleichstraße nimmt an Fahrt auf. Diese Woche hatte die Grünen-Fraktion Oberbürgermeister Guido Till zwar für seine öffentliche Kritik an der bisherigen Planung der privaten Investoren gelobt, gleichzeitig aber Tills Informationspolitik gegenüber dem Gemeinderat und den Kommunikationsstil des Rathauschefs gegenüber den Investoren gerügt.

Die Stadt Göppingen hält das geplante Einkaufszentrum in der Bleichstraße für nicht mehr zeitgemäß und will den Investoren das Gelände nun sogar abkaufen.

Auch die SPD-Fraktion hat sich zu Wort gemeldet – und stößt ins gleiche Horn wie die Grünen. Kritik üben die Sozialdemokraten an Tills „Umgangsstil“. Viele Stadträte, so Fraktionschef Armin Roos, hätten „seit Monaten ein Gespräch mit den Investoren angeregt beziehungsweise eingefordert. Dieses jetzt aber so spät zu legen, dass der Komplettauftrag für die Erstellung des Rohbaus wahrscheinlich bereits an ein Bauunternehmen erteilt wurde, ist nicht hilfreich“. Der SPD sei auch kein Konzept bekannt, „wie die Stadt den Kauf des Projekts finanzieren wollte, zumal sich durch die sehr wahrscheinlich bereits erfolgte Auftragsvergabe der Kaufpreis durch die daraus resultierenden Konventionalstrafen sicherlich um mehrere Millionen Euro verteuern würde“. Roos: „Denn es ist nicht damit zu rechnen, dass die Investoren auf diesen Kosten sitzen bleiben wollen.“ OB Till und Baubürgermeister Helmut Renftle hatten dem Unternehmer Simon Schenavsky in einem Gespräch am 21. Februar angeboten, die Stadt könnte den Investoren das Baugelände in der Bleichstraße samt der bisherigen Planung abkaufen. Schenavsky reagierte wenig begeistert, sagte jedoch eine Prüfung des Vorschlags zu.

Stähle nimmt OB in Schutz

Stadtrat Christian Stähle (Die Linke), Vorsitzender der Lipi-Fraktion im Göppinger Gemeinderat, hat derweil in einem „Offenen Brief“ an Grünen-Fraktionschef Christoph Weber OB Till gegen die Kritik der Grünen in Schutz genommen – und seinerseits die Grünen kritisiert. In einer Sonder-Fraktionsvorsitzendenrunde habe der OB bezüglich des Einkaufszentrums „ausführlich informiert“. Es sei in dieser Runde sogar diskutiert worden. Zudem sei auch im Ältestenrat des Gemeinderats darüber gesprochen worden, bevor Till den ganzen Gemeinderat über seine Gespräche mit den Investoren unterrichtet habe. Stähle schreibt an Weber: „Dann müsst Ihr halt die Infos weitergeben und nicht dem OB Eure Kommunikationsdefizite anlasten.“