Religion Daumen hoch fürs Abenteuerland

Das Team der Kinderkirche „Abenteuerland“ hat sich in Adelberg einen guten Namen erarbeitet.
Das Team der Kinderkirche „Abenteuerland“ hat sich in Adelberg einen guten Namen erarbeitet. © Foto: Sabine Ackermann
Adelberg / Von Sabine Ackermann 03.08.2018

Leicht war es nicht. Jörg Baumann  erinnert sich an die Zeit, als im Sommer 2014 bekannt wurde, dass das bisherige Team der evangelischen Kinderkirche nach vielen Jahren toller Arbeit aufhören wird.Man habe lange gesucht, was fürs Dorf passt und auch manches auf Adelberg zurechtgestutzt, erklärt Koordinator Baumann. Nach und nach seien dann zum bewährten Kernteam neue ehrenamtlichen Mitarbeiter hinzu gekommen. Somit stand dem Startschuss für das Nachfolgeprogramm nichts mehr im Wege. „Wir wollen Kinder für Jesus begeistern“, verrät Silke Thurston das gemeinsame Ziel. „Bei uns ist jeder willkommen“, betont zudem Tilman Schühle. Der Theologe,  der in Ebersbach  wohnt, hat sich in seiner letzten Berufsphase für eine 50-Prozent-Pfarrstelle in Adelberg entschieden. Der Pfarrer schreibt  die monatlichen Mitmach-Theaterstücke wie „der verlorene Sohn“ entweder selber oder überarbeitet sie mit eigenen Ideen. Die neue Kinderkirche ist aufgeteilt in drei Bestandteile. In der anfänglichen Spielphase kann jedes Kind frei wählen. Die Jungs beschäftigen sich meistens mit den Bauklötzen. Währenddessen haben die Mädchen Freude am Basteln, Malen und Erzählen. „Von den Bewegungsliedern und Gesellschaftsspielen sind alle Kinder begeistert“, heißt es unisono im Team. Auch das Teebeutelexperiment, mit dessen Hilfe das Prinzip des Gebets veranschaulicht wurde, kam prima an.

Natürlich ist jedes Mal eine Menge Spaß und Gelächter angesagt, zum Beispiel beim Nachspielen des Samariters, als die Kinder ihren Nächsten mit Binden und Toilettenpapier einwickelten. Ein wichtiger Aspekt: Die Mitarbeiter und Kinder lernen sich während dieser Zeit kennen und bauen gemeinsam eine Beziehung auf.

In der zweiten Phase wird im großen Gemeindesaal monatlich die biblische Geschichte  meistens in Form eines etwa 10- bis 15-minütigen Theaterspiels von den aktiven Kindern vermittelt. „Außerdem singen wir gemeinsam fetzige Lieder“, erinnert sich Debora Stähle an einen weiteren Programmpunkt. „Wenn ich heute Kind wäre, würde ich gerne ins Abenteuerland gehen“, betont Esther Köhler, die seit 2003 in Adelberg mitmischt, aber schon seit 1979 mit vollem Einsatz für die Kinderkirche lebt.

In der abschließenden Kleingruppenphase, dem Herzstück des Abenteuerlandes, stehen ganz die Kinder im Mittelpunkt. „Durch die Aufteilung in verschiedene Altersgruppen können die Kleingruppenleiter das jeweilige Thema altersgerecht vertiefen“, erklärt Jörg Baumann und ergänzt: „Fragen der Kinder werden beantwortet und passend zum Thema gibt es Experimente, Spiele sowie Gebete“.

Der Erfolg gibt dem Team der Kinderkirche recht. So waren beim ersten Abenteuerland im September 2015 zum Thema Gebet mehr als 20 Kinder mit dabei – beim zweiten Mal, als die Geschichte vom Barmherzigen Samariter erzählt wurde, kamen dann schon doppelt so viele kleine Besucher. „Die Kinder spüren die gelebte Nächstenliebe und dass wir sie so wie sie sind, herzlich willkommen heißen“, betont Sandra Mürdter, die wie Luisa Liepold, Annekatrin Schulze und die anderen Genannten zum Stamm-Team gehört.  Stellvertretend für alle helfenden Mütter bei der Kinderkirche   steht Andressa Holler. Und wie schätzen die vier bis acht Jahre alten Experten Adrian, Annika, Klara, Marie und Sebastian   den Erfolg ein? Sie strecken kollektiv die Daumen nach oben.

Es begann als Sonntagsschule in England

Historie Im Jahr 1780 begann in England der Sozialreformer und zeitungsverleger Robert Raikes, am Sonntagmorgen in einem Elendsviertel von Gloucester  Kinder anhand der Bibel im Schreiben und Lesen zu unterrichten. Seine eigentliche Absicht war es, die Kinder zum christlichen Glauben zu erziehen.

Helfer Für das Abenteuerland in Adelberg werden noch helfende Hände gesucht, die sich hin und wieder einbringen. www.abenteuerland-adelberg.de

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