Die Mutmacher-Transparente hängen rund um die Göppinger Gymnasien an Zäunen, Wänden und Hecken. Klares Zeichen: Das Abitur hat begonnen. Am Dienstag schwitzten die Prüflinge zum Auftakt mehr als fünf Stunden lang über den Deutschaufsätzen. Gut 32 000 waren es im ganzen Land, ein paar Hundert allein an den Göppinger Gymnasien.

Fünf Themen zur Auswahl bei Deutsch-Prüfung

Fünf Themen hatten sie zur Auswahl. Und wie schon fast üblich dominierte das literarische „Sternchenthema“ in der Gunst der Abiturienten. An den vier allgemeinbildenden Göppinger Gymnasien beispielsweise wählte von 329 Prüflingen mehr als ein Drittel die Interpretation der Pflichtlektüre aus Hermann Hesses „Steppenwolf“ und den Vergleich mit Goethes Faust, im Fokus stand dabei das Verhältnis der Helden zu den  Frauenfiguren. Jeder Fünfte wählte die Interpretation der Erzählung „Der Störenfried“ von Brigitte Kronauer.

Die übrigen drei Themen (Analyse und Erörterung eines Zeitungstextes, ein Essay zum Thema „Was darf Satire?“ sowie die Interpretationen zweier Gedichte von Georg Trakl und Joachim Ringelnatz) kamen auf Beliebtheitswerte zwischen 14 und 16 Prozent. Dabei war die Schülergunst nicht gleichmäßig verteilt: Am Hohenstaufen-Gymnasium lag beispielsweise die Gedichtsinterpretation knapp vorn, am Werner-Heisenberg-Gymnasium die Prosa-Interpretation.

Am Freitag steht die Mathe-Prüfung an

Organisatorisch werden die Abiturprüfungen an den Göppinger Gymnasien unterschiedlich bewältigt. Während beispielsweise am Freihof-Gymnasium alle Prüflinge zur Deutsch-Prüfung in die Turnhalle gebeten wurden, blieben sie am Werner-Heisenberg-Gymnasium auf mehrere Klassenzimmer verteilt. Deutsch war für viele Schüler nur der Aufgalopp. Am Freitag steht mit Mathematik jenes Fach auf dem Plan, vor dem die meisten Schüler großen Respekt haben.