„Wie steht es in Zeiten der massenhaften Kurzarbeit mit meinem Urlaubsgeld?“, fragen sich im Arbeitsamtsbezirk mit den Kreisen Esslingen und Göppingen viele Menschen.

Für die allermeisten Fälle gibt es zumindest im Hinblick auf die anstehende Sonderzahlung Entwarnung, denn ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahr 2018 verbietet eine pauschale Kürzung des Urlaubsgelds auch dann, wenn so etwas im Tarifvertrag vereinbart sein sollte. Hintergrund ist die Klage eines deutschen Betonbauers vor dem Arbeitsgericht Verden.
Gastronomie im Landkreis Göppingen Gäste zögern noch bei Restaurant-Besuchen

Kreis Göppingen

Urlaubsgeld muss laut EUGh trotz Kurzarbeit voll bezahlt werden

2015 befand sich der Mann insgesamt 26 Wochen lang in Kurzarbeit, blieb jedoch bei der gleichen Firma angestellt. Diese berechnete die Vergütung nach dem Rahmenvertrag für das Baugewerbe, nach dem das zu zahlende Urlaubsgeld durch Kurzarbeitsphasen niedriger ausfallen kann. Die Luxemburger Richter erklärten jedoch, dass der Tagessatz beim Urlaubsgeld trotzdem voll ausgezahlt werden muss.

Urlaubstage können durch Kurzarbeit verloren gehen

Hingegen sei es im Prinzip statthaft die Zahl der Urlaubstage zu reduzieren, wenn weniger gearbeitet wurde oder sogar „Kurzarbeit Null“ bestand, so die Richter. Wer zum Beispiel Anspruch auf 30 Tage Jahresurlaub hat, und sechs Monate lang nur 80 Prozent arbeitet, der kann unter Umständen 3 bezahlte Urlaubstage verlieren. Hier hängt die Situation vom Tarifvertrag und gegebenenfalls von der betrieblichen Vereinbarung zur Kurzarbeit ab, in der Regel wird der Jahresurlaub vom Arbeitgeber jedoch vollständig gewährt.