Innen und außen: Speisewirtschaften dürfen ab Montag, 18. Mai, auch im Kreis Göppingen vollständig wieder öffnen. Die IHK-Bezirkskammer Göppingen weist deshalb auf die neue „Corona-Verordnung Gaststätten“ hin.

Das Stuttgarter Sozial- und Wirtschaftsministerium hat am vergangenen Sonntag eine neue Corona-Verordnung Gaststätten erlassen, die zeitgleich mit der allgemeinen Öffnung von Speisewirtschaften am 18. Mai in Kraft treten wird. Die speziellen Hygiene- und Arbeitsschutzvorgaben richten sich dabei, wie die IHK-Bezirkskammer Göppingen mitteilt, sowohl an die Gastronomen als auch an deren Gäste.

Im Detail noch viele Fragen zu beantworten

„Unsere Mitgliedsunternehmen haben jetzt zumindest Klarheit, was sie zur Eröffnung am kommenden Montag beachten müssen, auch wenn es im Detail noch viele Fragen gibt“, berichtet Hans-Ulrich Kauderer vom Badhotel Stauferland in Bad Boll, der zugleich auch Mitglied der Göppinger IHK-Bezirksversammlung ist. Für das Tagesgeschäft ist der Öffnungstermin ein wichtiger erster Schritt, aber von der Normalität sei die Gastronomie noch weit entfernt. „Das gilt vor allem für die zahlreichen Schankwirtschaften und Bars im Kreis Göppingen, die noch immer ohne Perspektive sind“, betont der Hotelier. Er weist darauf hin, dass die Speisegastronomie maßgeblich von Familienfeiern lebe. Hier brauche die Branche schnell ­Planungssicherheit, da solche ­Geschäfte einen langen Vorlauf benötigen.

Kreis Göppingen

1,5 Meter Corona-Abstand zwischen den Gruppen

In der neuen Verordnung ist geregelt, dass Gastronomen durch Aushang außerhalb der Gaststätte „prägnant und übersichtlich“ darstellen müssen, welche Vorgaben die Gäste betreffen. Das gelte insbesondere für die Hygienevorgaben sowie für eine vom Betreiber vorgesehene Reservierung. „Wo immer möglich, ist ein Abstand der Gäste zu allen Anwesenden von mindestens 1,5 Metern einzuhalten“, betont Kauderer. Gästen müsse jeweils ein Sitzplatz zugewiesen werden und der Kontakt und die Kommunikation der Beschäftigten mit den Gästen sei „auf ein notwendiges Mindestmaß“ zu beschränken, so die Verordnung. Soweit räumlich möglich, sollen Servierwagen benutzt werden.
Wichtig sei, dass die Gäste vor Betreten der Gaststätte über Reinigungsmöglichkeiten der Hände unter Bereitstellen von Desinfektionsmöglichkeiten oder Handwaschgelegenheiten mit Seife und fließendem Wasser hingewiesen werden müssen. „Eigentlich selbstverständlich, aber unsere Gäste sind dazu angehalten, sich die Hände zu reinigen, bevor sie Platz nehmen“, so Kauderer.

Gelockerte Maskenpflicht für Beschäftigte im Außenbereich

Die Beschäftigten haben laut der Verordnung des Landes in allen Räumen der Gaststätte mit Gästekontakt eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, wenn es nicht unzumutbar ist oder wenn nicht ein anderweitiger baulicher Schutz besteht. Außerhalb der Räume der Gaststätte mit Gästekontakt gebe es keine Maskenpflicht für die Bedienung. Das Tragen werde nur bei Vorliegen besonderer gesundheitlicher Risiken und bei engem Kontakt der Mitarbeiter im Außenbereich empfohlen.
Kauderer betont, dass die Gastronomen verpflichtet sind, ihre eigenen Beschäftigten umfassend zu informieren und zu schulen: „Ich empfehle jedem, das auch entsprechend schriftlich zu dokumentieren.“

Unklarheiten bei Biergärten und Namensliste zur Nachverfolgung

„Es ist erfreulich, dass jetzt weitere Bewegung in die Sache kommt und das Wirtschaftsministerium konkreter wird“, betont der SPD-Landtagsabgeordnete Peter Hofelich. Für weitere Details seien nun aber Ausführungsbestimmungen nötig. Hofelich fordert aber auch Klarheit bei noch offenen Fragen, etwa bei Außengastronomien ohne Speiseangebot oder Vereinsheimen.
Wie inzwischen bekannt wurde, sollen sich Gäste sowohl im Lokal als auch im Außenbereich namentlich in eine Liste mit Kontaktdaten eintragen, um notfalls Infektionsketten nachverfolgen zu können. Wie das zum Beispiel im Schnellrestaurant oder in einer kurzen Mittagspause umgesetzt werden kann, blieb zunächst unklar. Möglicherweise muss weiterhin verstärkt auf Take-Away-Lösungen gesetzt werden.

Info Alle Rechtsfragen zur Corona-Verordnung Gaststätten können telefonisch an die zentrale Rechtshotline der IHK Region Stuttgart unter Telefon (0711) 2005-1688 oder direkt an die IHK-Bezirkskammer in Göppingen unter (07161) 6715-0 gestellt werden. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.stuttgart.ihk.de.