Die Chancen auf einen ungetrübten Sommerurlaub trotz Corona sind für etliche Destinationen nach wie vor ungewiss. Das wurde am Dienstag bei einem Live-Chat mit dem Bundestourismusbeauftragten Thomas Bareiß bekannt, der auf Einladung der Göppinger CDU-Vorsitzenden Sarah Schweizer für Fragen von Bürgern und Unternehmern zur Verfügung stand.
Auf Nachfrage riet Bareiß für die nächsten Tage zur Vorsicht mit Türkei-Buchungen. Man befinde sich zwar in engem Austausch mit Ankara, müsse aber bis Anfang Juni noch die Lage beobachten und eventuell neu bewerten, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär. Ob am 15. Juni wie für 31 europäische Länder auch die Reisewarnung für die Türkei aufgehoben werde, sei noch nicht klar.

Derzeit noch Quarantäne bei Rückkehr aus der Türkei

Sollte die Warnung bestehen bleiben, hat das für bestehende Buchungen von Touristen rechtlich den Vorteil, dass sie kostenlos stornierbar sind. Für 3 Millionen deutsch-türkische Familien stellt sich allerdings das Problem, dass trotz Reisewarnung zwar ein Flug möglich ist, in Ländern wie Baden-Württemberg bei der Rückkehr jedoch eine 14-tägige Heimquarantäne vorgesehen ist. Was damit im Sommer passiert, ist derzeit noch offen.
Corona Quarantäne Türkei Türkei soll tabu bleiben

Göppingen

Die Türkei hofft, ab Mitte Juni wieder auf Touristen und bereitet Flughäfen, Strände und Hotels vor. Lokale Medien berichteten über ein Dokument der Zivilen Luftfahrtbehörde, das in Terminals unter anderem eine Maskenpflicht für alle vorsieht.

Unklarheiten um Urlaub in Italien ab 15. Juni

Bezüglich Italien wies Thomas Bareiß darauf hin, dass Österreich möglicherweise auch über den 15. Juni hinaus den Brenner für Deutsche geschlossen halten könnte. Europarechtler stufen Ausreisebeschränkungen jedoch als abwegig ein, und auch auf dem Höhepunkt der Corona-Krise war der Alpentransit zumindest für rückreisende Deutsche niemals gesperrt. Am Freitag meldete die dpa, dass ab 3. Juni die Einreise für EU-Bürger wieder möglich sein soll - ohne danach in Quarantäne zu müssen.

Garantiefonds für die Reisebranche gefordert

Im Übrigen macht sich Bareiß als Tourismus- und Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung für einen 4 bis 5 Milliarden Euro schweren Garantiefonds stark, der Pleiten von Reise- und Busunternehmen verhindern soll und dem Staat am Ende sogar Geld sparen würde, da es sich nur um Bürgschaften handelt. Zwar könnte schon in den nächsten zwei bis drei Wochen zur weiteren Überbrückung allgemein ein neuer Betriebskostenzuschuss für die Wirtschaft beschlossen werden, doch ziert sich das Finanzministerium laut Bareiß offenbar im Hinblick auf branchenspezifische Konjunktur- und Rettungspakete. Reisebüros und Busunternehmer wollten am Mittwoch in Berlin eine Petition an Bareiß übergeben. Auch Firmen aus dem Kreis Göppingen sind dabei.