Eigentlich wollte die Göppinger Stadtverwaltung erste Ende des Monats eine Entscheidung treffen, ob der Maientag in diesem Jahr gefeiert wird oder nicht. Doch nach der Videokonferenz der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Merkel am Mittwoch steht fest: Sämtliche Großveranstaltungen, seien es Volksfeste, Konzerte, Messen oder Fußballspiele, sind mindestens bis zum 31. August wegen der Corona-Pandemie in Deutschland grundsätzlich untersagt.

„Der Maientag muss daher leider, leider, leider ausfallen. Ich bedauere das sehr“, sagte gestern der Göppinger Oberbürgermeister Guido Till. Ein Novum für die Bürger der Hohenstaufenstadt: Denn zumindest seit dem Zweiten Weltkrieg sei kein Maientag ausgefallen. Einmal in seiner Amtszeit wurde der Umzug wegen einer Sturmwarnung abgesagt, auf dem Rummel an der EWS-Arena wurde aber dennoch gefeiert. Dieses Jahr fällt das Fest komplett flach. Eine Verschiebung des Heimatfests komme nicht in Frage, weil auch nicht sicher sei, wie die Lage Ende August ist, sagt Till. Wie es mit dem Stadtfest und dem Weinfest im Herbst aussehen wird, müsse man abwarten.

Corona-Lockerung Göppingen Frühlingserwachen für den Handel?

Göppingen

Keine Events in der Innenstadt

Die Absage der Großveranstaltungen soll effektiv zur Eindämmung des Coronavirus beitragen. Zudem haben nun die Veranstalter Klarheit. „Sämtliche Innenstadt-Aktivitäten sind von der Verordnung betroffen“, macht Till deutlich. Neben dem Maientag mit Umzug fallen der Maimarkt, das Stauferland-Fest, das Schlossplatzfest und die Kinderfeste in den Göppinger Stadtbezirken ins Wasser. Zudem wurde das Sommerfest im Park bereits abgesagt. Auch alle Kulturveranstaltungen sind von dem Verbot tangiert. Besonders bitter sei die Absage der Staufer-Festspiele zum 15-jährigen Bestehen. Der Rathauschef sei „tief betroffen“, habe aber Verständnis für die Entscheidung der Veranstalter. Man sehe, dass die Maßnahmen gegen das Virus greifen. Till: „In dem Fall muss man sagen: Der Zweck heiligt die Mittel.“

„Tiefer Einschnitt, aber nicht überzogen“

Der Oberbürgermeister sieht in der Verordnung „einen tiefen Einschnitt“, akzeptiert jedoch die Regeln persönlich und hält sie für richtig und wichtig: „Die Maßnahmen sind adäquat, da ist nichts überzogen.“ Schließlich hätten die Einschränkungen zu einem Abflachen der Kurve beigetragen, was die Zahl der Neuinfektionen mit dem neuartigen Erreger betrifft. „Wir haben im Landkreis ja auch nicht unerheblich viele Infizierte“, sagt er mit Blick auf die Zahlen. Gestern teilte das Gesundheitsamt 691 bestätigte Corona-Fälle mit, 28 Menschen im Kreis sind bisher an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

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