Das Landratsamt Göppingen meldet ständig neue Corona-Fälle im Landkreis Göppingen. Einige Personen befinden sich in stationärer Behandlung, teilt das örtliche Gesundheitsamt mit. Nach den aktuellen Berechnungen (Stand 15.3.20, 17 Uhr) gibt es im Kreis Göppingen insgesamt 57 mit dem Coronavirus infizierte Personen.

Erster Corona-Fall in Böhmenkirch bekannt

In Böhmenkirch wurde am Freitag die erste Corona-Infektion bekannt: Eine Schülerin des Rechberg-Gymnasiums in Donzdorf, das wegen des Cornavirus geschlossen ist (s.u.), hat sich mit Covid-19 angesteckt.

Coronavirus: Südtirol-Rückkehrer positiv getestet

„In der zentralen Untersuchungsstelle für Corona-Abstriche der Kreisärzteschaft Göppingen wurden am Montag 50 Abstriche durchgeführt. Von diesen wurden acht Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Alle sind Reiserückkehrer aus Südtirol. Die Patienten sind zwischen 15 und 50 Jahre alt. Sie haben alle nur leichte Symptome und befinden sich in einem guten Allgemeinzustand. Das Gesundheitsamt hat häusliche Quarantäne angeordnet und ermittelt die Kontaktpersonen“, so Dr. Heinz Pöhler vom Kreisgesundheitsamt. Am Abend meldete das Landratsamt drei weitere Fälle, damit stieg die Gesamtzahl der Infizierten im Kreis auf 14.

Gymnasium 14 Tage geschlossen, Entwarnung an der Messelbergschule

Laut Gerd Rayer vom Ordnungsamt der Stadt Donzdorf ist am örtlichen Rechberg-Gymnasium ein Lehrer infiziert. In Abstimmung zwischen dem Bürgermeister und dem Rektorat ist in der Nacht auf Mittwoch die Schließung der Schule angeordnet worden. Das Kollegium und die rund 650 Schüler müssen zu Hause bleiben. Hinweise auf weitere Corona-Verdachtsfälle unter Schülern oder Lehrern gibt es bisher nicht.
Präventiv wurde auch die benachbarte Messelbergschule für einen Tag geschlossen. Dort liegt laut Ordnungsamt kein Infektionsfall vor, und bereits am Donnerstag soll der Unterrichtsbetrieb normal wieder aufgenommen werden. In Bezug auf die Messelbergschule seien die vorsorglichen Maßnahmen schon am Mittwochmorgen mit dem Wissen aus ersten Auswertungen wieder aufgehoben worden, so der Ordnungsamtsleiter Gerd Rayer. Am Gymnasium ist der Unterricht hingegen vorerst bis 20. März ausgesetzt. Ab 23. März soll laut Bürgermeister Martin Stölzle die Schule wieder öffnen.

Lagebesprechung und Entscheidung in der Nacht

Da die Gemeinschaftsschule und das Gymnasium aber eine gemeinsame Mensa haben, könnte sich auch die Lage an der Messelbergschule wieder ändern, räumt auch Schulleiter Erich Ege ein. Er habe am Dienstagabend zwischen 22 und 23 Uhr mit Bürgermeister Stölzle die Lage besprochen und dann entschieden, dass für diesen Mittwoch die Gemeinschaftsschule geschlossen bleibt. Stölzle hatte kurz zuvor von dem erkrankten Lehrer am Gymnasium erfahren.

Quarantäne nur für die Lehrerschaft

Die Quarantäne bezog sich zunächst auf die Lehrerschaft. „Menschen, die auf engem Raum zusammen sind, sind potenziell gefährdet“, erläutert Stölzle. Alle Lehrer müssten daher als unmittelbare Kontaktpersonen 14 Tage zuhause bleiben. Das habe zur Schließung geführt: „Ohne Lehrer keine Schule“, sagt der Bürgermeister. In einer zweiten Runde wird nun ermittelt, mit welchen Schülern der erkrankte Pädagoge direkten Kontakt hatte.

Gymnasiallehrer fordern Schließung aller Schulen bis Osterferien

Die Gymnasiallehrer im Südwesten fordern wegen des Coronavirus eine sofortige präventive Schließung aller Schulen bis zu den Osterferien. Das teilte der Philologenverband am Mittwoch mit. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte sich bislang gegen pauschale Schulschließungen ausgesprochen.
Laut einer Pressemitteilung aus dem Ministerium gilt das auch weiterhin: „Der Schulbetrieb stellt grundsätzlich keine Großveranstaltung dar, da der Aufenthalt in der Schule überwiegend in kleinen Gruppen stattfindet. Außerdem gibt es jetzt schon klare Vorgaben, wie sich Schüler, die sich in Risikogebieten aufgehalten hatten, zu verhalten haben. In diesem Zusammenhang kam es bereits lageabhängig zu einzelnen Schulschließungen bzw. blieben einzelne Schüler dem Unterricht fern. In einer Schule ist es außerdem im Vergleich zu einer Großveranstaltung möglich, Infektionsketten nachzuverfolgen, da die Namen der Schüler bekannt sind“, so die Verantwortlichen.
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Göppingen

„Kinder erkranken nur selten an Corona“

Nach den bislang vorliegenden Informationen infizierten sich Kinder zwar mit SARS-CoV-2, sie erkrankten aber eher selten, heißt es. So entfielen in Baden-Württemberg aktuell weniger als 10 Prozent der Fälle auf Kinder und Jugendliche. Insofern könne angenommen werden, dass Kinder bei der Übertragung des Virus allenfalls eine geringe Rolle spielen. Bisherige epidemiologische Daten stützten diese Annahme.
„Selbstverständlich beobachten wir die Lage genau und werden auch in Zukunft lageorientiert entscheiden“, verspricht das Ministerium.