Das Coronavirus greift um sich und hat im Landkreis zwei weitere Todesopfer gefordert. Ein über 80-jähriger Mann mit schweren Vorerkrankungen, der positiv auf den neuartigen Erreger getestet worden war, starb in der Nacht zum Mittwoch, teilt das Gesundheitsamt Göppingen mit. Ein weiterer, positiv auf das Virus getesteter und ebenfalls über 80-jähriger Mann mit mehreren Vorerkrankungen starb gestern. Die Zahl der Todesfälle im Kreis Göppingen im Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt damit auf drei.

Geislingen/Albershausen

Bis Mittwoch kletterte die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten auf 237 im Landkreis. Betroffen seien zunehmend ältere Menschen, zudem gebe es immer mehr Patienten, bei denen die Lungenkrankheit Covid-19 schwer verlaufe. „Der Erreger findet nun den Weg von Ischgl hinein in unsere Gesellschaft“, erklärt Dr. Ingo Hüttner, Medizinischer Geschäftsführer der Alb-Fils-Kliniken. Das bedeutet; Anfangs hätten sich junge, gesunde Menschen beim Skifahren infiziert, sie hätten eine Ansteckung vergleichsweise gut weggesteckt. Nun breite sich das Virus aus und mache eben auch vor älteren, geschwächten Menschen nicht halt. Daher gebe es auch zunehmend schwere Verläufe.

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18 Corona-Fälle und 12 Verdachtsfälle in der Klinik am Eichert, 17 Menschen in Geislingen

In der Klinik am Eichert in Göppingen wurden gestern 18 positiv getestete Patienten sowie zwölf Verdachtsfälle stationär behandelt. In der Helfenstein-Klinik in Geislingen waren es 13 Infizierte und vier Verdachtsfälle. An beiden Standorten musste jeweils ein Patient beatmet werden. Hüttner macht deutlich, dass sich die Zahlen ständig änderten. Um auf die Lage noch besser reagieren zu können, werde über eine größere Zeltlösung nachgedacht, die als Schleuse vor der Klinik am Eichert dient. Vorsorglich hatte die Klinikleitung im Geislinger Krankenhaus die Palliativstation geschlossen, um Personal frei zu schaufeln. So stehen jetzt in der Klinik 15 Betten mit ausreichend Pflegekräften bereit.

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Klinik sucht Personal für Corona-Krise

Mitarbeiter sind in diesen Zeiten ein hohes Gut. Und da zu erwarten ist, dass sich die Corona-Krise weiter zuspitzt und das Personal an seine Grenze stößt, hoffen die Alb-Fils-Kliniken auf Hilfe. „Wir sind deshalb aktuell dabei, einen Pool an kurzfristig verfügbaren Personen aus den medizinischen, pflegerischen und medizinisch-technischen Bereichen aufzubauen, um im Notfall schnell reagieren zu können.

Wir freuen uns daher über jede Bewerbung und über jede personelle Unterstützung, die wir bekommen können“, sagt Hüttner. Gesucht werden für einen begrenzten Zeitraum Medizinstudenten im fünften und sechsten Semester, Ärzte (bevorzugt Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Anästhesie, Notfallmedizin, Intensivmedizin), Pflegefachkräfte, insbesondere für Intensivpflege, Rettungsdienstpersonal, Medizinische Fachangestellte sowie Medizinisch-technische Labor- sowie Radiologie-Assistenten. Auch Pharmazeutisch-technische Assistenten, Operationstechnische Assistenten und Anästhesietechnische Assistenten werden Hände ringend gesucht.

Corona-Schutzkleidung für umliegende Krankenhäuser

In Sachen Schutzkleidung seien die Alb-Fils-Kliniken derzeit noch gut aufgestellt, sagt der Geschäftsführer: „Die Lage ist relativ entspannt, wir haben sehr früh eingekauft.“ Umliegende Kliniken im Landkreis seien jedoch auf Unterstützung angewiesen.

Daher hatten sich mit einem persönlichen dringenden Aufruf führende Vertreter der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bezirkskammer Göppingen, der Kreishandwerkerschaft sowie Landrat Edgar Wolff an die Unternehmen im Kreis gewandt mit der Bitte, hygienisch einwandfreie Schutzmasken oder -kleidung solidarisch zur Verfügung zu stellen.

Informationen über die aktuelle Entwicklung im Landkreis Göppingen gibt es auch per Liveticker unter www.swp.de/coronagoeppingen

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