Die Gastronomie wurde knüppelhart von der Corona-Krise getroffen. Viele Betriebe haben Soforthilfe beantragt. Doch nach einer Umfrage unter den Mitgliedsbetrieben des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga in Baden-Württemberg seien für neun von zehn Betriebsinhabern die bisherigen staatlichen Hilfen nicht ausreichend, betont Susanne Weißkopf, Dehoga-Vorsitzende im Landkreis Göppingen. „Die Corona-Soforthilfe ist für die meisten viel zu gering, und mit den geförderten Liquiditätsdarlehen gibt es offenbar erhebliche Probleme“, sagt Weißkopf. Gut funktionierten dagegen die Instrumente Kurzarbeit und Steuerstundungen.

Unterstützung von Hausbanken gefordert

Um weitere Liquiditätsengpässe ausgleichen zu können, zähle die Branche auf eine schnelle und kooperative Unterstützung ihrer Hausbanken bei der Abwicklung von staatlich geförderten Kreditprogrammen. Die Hauptrolle spielten dabei die KfW-Sonderprogramme des Bundes, die nach den Worten von Weißkopf aktuell bessere Konditionen beziehungsweise höhere staatliche Besicherungen böten als die Kreditprogramme der Bürgschaftsbanken. Rund ein Drittel der befragten Betriebe habe bereits Personal entlassen müssen, um Kosten zu senken, berichtet die Dehoga-Vertreterin und verweist darauf, dass die Branche beschäftigungsintensiv sei. „Positiv und vom Umfang her überraschend ist hingegen, dass zahlreiche Betriebe Entlassungen vermeiden konnten, indem sie das Instrument des Kurzarbeitergelds nutzen“, sagt Weißkopf. Vor allem im Bereich der kleinen und mittleren Betriebe sei dies gegenüber vorangegangenen Krisen eine neue Entwicklung. Weißkopf: „Das Krisenhilfe-Instrument Kurzarbeitergeld ist im Gastgewerbe angekommen.“

Ein ganz wichtiger Erfolgsfaktor seien dabei die Beschäftigten: „Ohne Zustimmung der Mitarbeiter, die eine entsprechende Vereinbarung unterschreiben müssen, ist Kurzarbeit in aller Regel nicht möglich. Dass die Kurzarbeit von unseren Betrieben jetzt so intensiv genutzt werden kann, ist ein Beleg für die Solidarität unserer Beschäftigten. Sie ziehen in der Krise mit ihren Arbeitgebern an einem Strang, weil sie wissen, was auf dem Spiel steht.“ Dafür sei man den Mitarbeitern sehr dankbar. Erfreut ist Susanne Weißkopf darüber, dass die Behörden bei Stundungen von Steuern und Sozialabgaben überwiegend kooperativ reagierten, dies sei „eine gute Nachricht in der Krise“.

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