Die Filiale des Textildiscountes H&M in Göppingen hatte nach den Lockerungen durch die Coronaverordnung kurz geöffnet – doch dann war sie auch schon wieder geschlossen, wie viele andere Filialen im Land auch. Hintergrund ist ein Konflikt zwischen der Geschäftsleitung und Beschäftigten, die Angst davor haben, sich wegen unzureichendem Schutz mit dem Coronavirus zu infizieren.

„Es gibt einen Streit zwischen H&M und den Betriebsräten darüber, unter welchen Bedingungen die Läden öffnen dürfen“, sagt Sidar Carman von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Stuttgart. Die Betriebsräte kämpften derzeit um eine Betriebsvereinbarung zum Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Göppingen

Streit um Arbeits- und Gesundheitsschutz wegen Corona – H&M in Sindelfingen geschlossen

H&M habe aber „kein zustimmungsfähiges Konzept“ vorgelegt. Trotz der fehlenden Vereinbarung habe H&M Arbeitnehmer einbestellt, „das geht aber nicht ohne die Zustimmung des Betriebsrats“, erläutert die Gewerkschafterin. Deshalb hätten die Arbeitnehmervertreter einstweilige Verfügungen bei verschiedenen Arbeitsgerichten beantragt und größtenteils Recht bekommen. „So wie das Stuttgarter Arbeitsgericht, das im Fall des H&M-Betriebsrats in Sindelfingen sehr deutlich entschieden hat, dass der Arbeitgeber die Erbringung von Arbeitsleistung zu unterlassen hat, solange keine Einigung über die erforderlichen Maßnahmen des Gesundheitsschutzes zur Vermeidung einer Ansteckung der Mitarbeiter der Filiale mit dem Coronavirus erzielt wurde.

Biberach

Kein Betriebsrat: H&M in Stuttgart trotz Corona geöffnet

In Stuttgart hat jetzt nur die eine Filiale geöffnet, die keinen Betriebsrat hat“, sagt Carman. Auch die Göppinger Filiale habe eine Arbeitnehmervertretung und sei wegen des schwelenden Konflikts mit dem Unternehmen wieder geschlossen worden.

Göppingen / Heidenheim

Corona-Lockerung Die neue "Corona-Verordnung Einzelhandel"