Während einige Bundesländer – allen voran Mecklenburg-Vorpommern – die Maskenpflicht aufheben wollen, möchte die Stuttgarter Landesregierung nicht von ihrer Strategie zur Bekämpfung der Corona-Pandemie abrücken. Stetig niedrige Zahlen an Neuinfektionen haben die bundespolitische Diskussion über die Abschaffung der Maskenpflicht entfacht. Vor allem die Einzelhändler machen Druck, sehen sich die Geschäfte doch angesichts der Vorsichtsmaßnahmen in ihrer Existenz bedroht. Positive Folgen für die Umsätze des Einzelhandels verspricht sich der Stadtmarketingverein Göppinger City, wenn die Maskenpflicht aufgehoben wird. Man müsse jedoch aufpassen und auf die Empfehlungen von Experten vertrauen, sagt Oliver Sihler. „Seit der Einführung der Maskenpflicht sind die Umsätze extrem zurückgegangen, weil die Leute nur noch das Nötigste kaufen“, so der City-Geschäftsführer.

Wirtschaft Kreis Göppingen Autozulieferer enorm unter Druck

Kreis Göppingen

Gesundheitlich schwer einzuschätzen

So ganz sicher ist sich allerdings auch Sihler nicht: „Auf der anderen Seite kann ich es gesundheitlich nicht einschätzen, man muss auf die Gesundheitsexperten und Virologen vertrauen.“ Angesichts der Pflicht, bei Einkäufen in den Geschäften eine Mund- und Nasenmaske zu tragen, halten sich viele Kunden offenbar zurück.  Der ungezwungene  Einkaufsbummel sei für die Göppinger mit den Corona-Regeln entfallen. Damit habe der Einzelhandel einen großen Teil seiner Stammkundschaft verloren, berichtet Sihler.
Das Göppinger Gesundheitsamt sieht den möglichen Wegfall der Maskenpflicht mit Sorge, sprächen doch gleich mehrere Gründe dagegen.  Eine Atemmaske verringere die Anzahl an  Viren in der Luft, was neben dem Umfeld eines jeden auch den Maskenträger selbst schütze. „Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes wird von vielen Studien positiv bewertet“, so die Göppinger Behörde in ihrem Statement. Außerdem würde der psychologische Effekt von Masken die Leute an eine mögliche Corona-Infektion erinnern, „und man hält somit die Abstandsregeln besser ein“.

Textilbranche hat schwer zu kämpfen

Wie sehr die Masken den Verkauf im Einzelhandel bisher gehemmt haben, sei von Branche zu Branche unterschiedlich sagt Sihler. Am meisten hätte aber die Textilbranche mit Rückgängen zu kämpfen: „Rund um die Mode, die haben schon zu kämpfen gehabt – den Leuten ist die Maske ein Hindernis.“, sagt Oliver Sihler. Was nichts mit der Maske zu tun hätte, sei der fehlende Bedarf an neuen Klamotten. Durch die Krise sei weniger Nachfrage da. Tatsächlich fehlt es auch immer noch an Veranstaltungen, für die man sich schick machen könnte. Kunden würden oft nur noch gezielt nach Produkten suchen, und sich nicht mehr im Laden umschauen. Auf keinen Fall dürfte die Maskenpflicht in sensiblen Bereichen wie Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen wegfallen. Das Gesundheitsamt empfiehlt in diesen Bereichen eine Maske zu tragen, um besonders anfällige Personen vor dem Corona-Virus zu schützen. Insbesondere für Risikogruppen sei das wichtig, vor allem in Läden und im öffentlichen Raum.

Gesundheitsamt Göppingen empfiehlt keine Lockerung der Maskenpflicht

In Baden-Württemberg dürfte diese Regelung in nächster Zeit nicht gelockert werden. Sie ist weiterhin in jedem Geschäft einzuhalten. Trotz der schwierigen Lage des Einzelhandels  bittet der Stadtmarketingverein  Göppinger City um die Einsicht der Händler: „Solang Experten das sagen, muss man es auch beibehalten“, meint Geschäftsführer Oliver Sihler. Auch das Gesundheitsamt zeigt in dieser Frage klare Kannte:  „Wir empfehlen derzeit keine Lockerung der Maskenpflicht.“

Göppingen

24 Menschen derzeit an Covid-19 erkrankt


Statistik Derzeit sind 24 Personen im Landkreis Göppingen an Covid-19 erkrankt. Das meldete das Gesundheitsamt gestern Morgen online (Stand: 8.02 Uhr). Insgesamt verzeichnet der Landkreis Göppingen bisher 811 bestätigte Fälle, 39 Menschen sind am Coronavirus gestorben. Genesen sind inzwischen 748 Personen.