25 Jahre ist es her, dass sich die amerikanischen Soldaten nach dem Kalten Krieg aus Göppingen verabschiedet haben. Viele Freundschaften sind einst gewachsen und dauern bis heute. Mit dem Deutsch-Amerikanischen Freundschaftsfestival „Remember Cooke Barracks“ soll daran erinnert werden. „Es gibt im Halbstundentakt Busrundfahrten durch die ehemaligen Cooke Barracks, bei denen drei Göppinger Stadtführer die Geschichte bis zum heutigen Stauferpark erklären“, kündigt Lisa Hartleb von der Veranstalteragentur Staufen Plus an.

Und die Geschichte des Stadtquartiers ist durchaus bewegt. 1930 gründete Busunternehmer Carl Hommel einen Privatflugplatz, um dem immer höher werdenden Mobilitätsbedürfnis der Menschen Rechnung zu tragen. Zu Flugfesten zu dieser Zeit kamen Zehntausende in den Stauferpark. Nur wenige Jahre nach Gründung nutzten die Nationalsozialisten den Flughafen für ihre Einsätze im zweiten Weltkrieg insbesondere auch für Aufklärungsflüge. Eine der ersten Einsätze von Göppingen aus wurden beim Einmarsch in die Tschechoslowakei und im Spanischen Bürgerkrieg geflogen. Auf dem Fliegerhorst gab es zu dieser Zeit auch eine Flugzeugführerschule.

1944 bombardierten die Amerikaner das Areal, 1945 nahmen sie den Flughafen ein und nutzten ihn fortan selbst als Airbase, die sie deutlich ausbauten. Es entstand eine Stadt in der Stadt und rund 3000 amerikanische Soldaten waren im Schnitt gleichzeitig in der Hohenstaufenstadt stationiert. Rund 80.000 waren es insgesamt in den Jahren 1945 bis 1992, als die US-Army ihre Kaserne aufgaben. In der Housing-Area, dem heutigen Stauferpark, waren zahlreiche Familien der Army-Angehörigen untergebracht. Im Ware-Circle, der heutigen Alfons-Feifel-Straße standen Villen für Offiziere. Die einfachen Soldaten waren in Häusern entlang der heutigen Manfred-Wörner-Straße untergebracht. Damit die bei ihrem Auslandseinsatz in Deutschland fern der Heimat motiviert waren, hatten die Cooke Barracks viele Angebote für die Freizeitgestaltung: Kino, Bowling-Bahn, Baseball-Felder, Sporthalle mit Basketball, Raquetball und Gerätetraining. Es gab eine Bibliothek, eine Post und ein Reisebüro eigens für die US-Soldaten.

In eigenen Lebensmittelmärkten konnte man sich mit original Produkten aus den USA versorgen, Spirituosen hab es im „Class 6“-Shop. Es war eine Stadt für sich. Vieles ist vergangen und abgerissen. Einige Relikte kann man noch entdecken, so dass das Festival am Samstag mit vielen Attraktionen sehr lebendig werden wird. Erinnerungen garantiert.

Infos zum Programm


Mit Live-Bands, einem Street-Food-Markt, Rummelplatz und Sightseeing-Rindfahrten soll am 2. Juli von 11-19 Uhr an der Werfthalle die Deutsch-Amerikanische Freundschaftswoche an einem Tag wieder belebt werden. Der Eintritt ist frei.

Golfpark und Golfclub Göppingen beteiligen sich mit einem offenen „Remember-Cooke-Barracks-Golfturnier“ über 9 Löcher an den Feierlichkeiten. Gäste sind hierzu herzlich willkommen. Der Golfpark wurde von den Amerikanern innerhalb des ehemaligen Kasernengeländes bereits in den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts erbaut und gilt als die Wiege des Golfsports in der gesamten Region.